Text-Bild-Ansicht Band 168

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höchst belästigenden rauchähnlichen Geruch ausstößt und viele Metallfarben verändert.

Ich habe eine Menge Oele im Handel vorgefunden, die von Hause aus schwefelfrei waren und erst während der Reinigung durch eine falsche Behandlung schwefelhaltig wurden. Betrachtet man die öligen Producte der trockenen Destillation bituminöser Fossilien näher, so findet man, daß sie Gemische von Acetonen und Aldehyden darstellen, und berücksichtigt man nun, mit welcher Leichtigkeit sich diese Verbindungen mit sauren schwefligsauren Alkalien vereinigen, so ist es klar, daß bei mangelhafter Reinigung diese Oele schwefelhaltig, resp. schwefligsäurehaltig in den Handel kommen.

Wie leichtfertig man beim Reinigen ätherischer Oele verfährt, mag durch Nachfolgendes bewiesen werden. Im November vorigen Jahres ließ ich aus einer chemischen Fabrik hierselbst gereinigtes Petroleum holen, welches ich zur Aufbewahrung von Kalium benützen wollte. Dasselbe war aber so mit schwefliger Säure geschwängert, daß der Stopfer durch das Gas im warmen Zimmer ausgestoßen wurde. Ich sandte dasselbe zurück und bat um reines Petroleum. Der dortige Chemiker sandte mir nun reines Petroleum mit der wörtlichen Bemerkung:

„Bitte, solches zu entschuldigen, es ist dieß eine so zufällige Verunreinigung, entstanden durch Reinigen des rohen Oeles mit Schwefelsäure, daß es uns nicht einfiel, die Nasenprobe anzuwenden.“

A. H.

Wenn der Schwefel in Form von schwefliger Säure in dem Oele enthalten ist, so wird ebenfalls durch Zufügen von Kalium oder Natrium die schweflige Säuren reducirt und ein Schwefelmetall gebildet Das Gelbwerden des Kaliums und Natriums in der Aufbewahrungsflüssigkeit rührt meistentheils von einem Schwefelgehalt der letzteren her.

Bonn, im Januar 1863.

XVI. Ueber einige praktische, mit der Anilinfarben-Fabrication zusammenhängende Fragen; von Dr. P. Bolley.26)

1) Die Rolle der Arsensäure bei Erzeugung des Anilinroth. – Obgleich die Mittel, deren die Industrie sich zur Darstellung

26)

Vom Verfasser aus der schweizerischen polytechnischen Zeitschrift, Bd. VIII S. 28, mitgetheilt. A. d. Red.