Text-Bild-Ansicht Band 168

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Von mancher Seite her wurde eine vom Ingenieur-Capitän Fowkes (dem Erfinder der seltsamen Architektur des Ausstellungsgebäudes von 1862) angegebene Militär-Feuerspritze gerühmt, ihr auch von der Jury (Classe VIII, Katalognummer 2536) eine Medaille zuerkannt, welcher jedoch deutsche Sachverständige nicht Beifall schenken konnten, indem mindestens die Wasserpumpenconstruction kein besonderes Lob verdiente. Eine perspectivische Abbildung der Fowkes'schen Spritze befindet sich übrigens im Illustrirten Kataloge der Ausstellung von 1862, unter Classe VIII, Seite 69.

Weit größere Fortschritte als in England haben von Menschen zu bewegende Feuerspritzen (Balancierspritzen mit Druckbäumen, welche letztere rechtwinkelig zur Länge des Wagens liegen) in Deutschland gemacht. Abgesehen von mehrfachen Verbesserungen in der Anordnung des ganzen Baues, hat man besonders dahin gestrebt, die Ventile zugänglicher zu machen, ohne dabei die Fehler zu veranlassen, welche die ähnlichen englischen Constructionen an sich tragen. Beispiele hierzu liefern unter andern die vierrädrigen Feuerspritzen von Paul Stumpf in Mainz,103) die seiner Zeit von Schmidt in Wien gefertigten und auf der Münchener Industrie-Ausstellung (1854) prämiirten Spritzen,104) die von Tidow und Wellhausen in Hannover105) u. m. a.

Am allermeisten Aufmerksamkeit dürften aber die Spritzen mit sogenannten Ventilhähnen verdienen, worauf bereits unterm 17. December 1851 der Mechaniker und Spritzenfabrikant W. Knaust (früher Fricke) in Wien (Leopoldstadt, Augartenstraße Nr. 672) ein k. k. österr. ausschl. Privilegium erhalten hat. Dem Referenten ist nur (durch mündliche

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Pumpensaugrohrs eintrat, wenn in demselben Wasser emporsteigt. Die Resultate dieser Versuche enthält nachstehende Tabelle:

Textabbildung Bd. 168, S. 416
103)

Preisverzeichniß vom Jahre 1854, Seite 53.

104)

Prechtl, Supplementbd. III, Taf. 69, Fig. 1012.

105)

Im Königreich Hannover vielfach verbreitet und im Spritzenhause der Residenzstadt für Jedermann sichtbar.