Text-Bild-Ansicht Band 185

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Das Thonlager liegt, je nach dem mehr oder minder von dem darüber liegenden Alluvium weggeschwemmt, 30–80 Fuß tief unter der Oberfläche und wird angebohrt, nachdem man die Dammerde, gelben Letten, eine viel Wasser führende Sandschicht und schließlich grünlichen und gelben Thon durchteuft hat. Die Mächtigkeit des brauchbaren feuerfesten Thones wechselt zwischen 6–13 Fuß, wovon jedoch die 3–6 Fuß starke, mittlere Schicht die thonreichste, fetteste und reinste ist, während die obere und untere an Reinheit und Thongehalt etwas nachstehen.

Die Gewinnung geschieht vermittelst Schächten in ganzer Schrotzimmerung, wobei die wasserführende Sandschicht durch den, das Dach des Lagers bildenden gelben fetten Thon abgedämmt wird; dann durch Strecke- sogen. Kammern-Bau. – Da der das Hängende bildende gelbe Thon meistens sehr gut trägt, so wird vom Schachte aus, allmählich weitergreifend, eine sogenannte Kammer, von 12–16 Fuß Breite, in der ganzen Höhe des brauchbaren Lagers herausgeschlagen und dieser Raum nur nothdürftig verzimmert. Sobald diese Zimmerung nicht mehr tragfähig, was gewöhnlich der Fall ist, wenn man auf diese Weise 30 bis 40 Fuß vorwärts gegangen, wird das noch brauchbare Holz herausgerissen, worauf die ganze taube Masse allmählich bis zur Oberfläche nachstürzt. Hierauf wird in den übrigen Schachtstößen nach und nach derselbe Abbau ausgeführt und nachdem so die ganze Umgebung des Schachtes abgebaut worden, wird letzterer verlassen, das Holz herausgerissen und in einer Entfernung von 30–40 Metern ein zweiter Schacht abgeteuft.

Der Thon wird bereits in der Grube vermittelst einer Art von Axt, in circa 1 Ctr. schwere, längliche, viereckige Stücke gehauen und kommt so in den Handel.

Die Preise des Thons differiren je nach seiner Güte und Reinheit.

Die erste Sorte, auserlesene Stücke, von allem sichtbaren Schwefelkiese frei, kostet loco Grube 30 Kreuzer per Ctr. Diese Qualität wird bereits seit längerer Zeit ausschließlich und mit dem besten Erfolge von den bedeutendsten Glasfabriken Preußens und Frankreichs angewendet.

Die zweite Sorte, von fast gleicher Güte, jedoch nicht mehr sortirt oder ausgelesen, findet in massenhaftester. Weise Verwendung in den Fabriken feuerfester Artikel zur Darstellung derartiger Fabricate erster Qualität, sowie in Gußstahlfabriken und Eisenwerken. Dieselbe kostet 24 Kreuzer per 50 Kilogr.

Die dritte Sorte endlich, zu welcher die obere und untere Schicht