Text-Bild-Ansicht Band 185

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gibt. Er bemerkt indessen, daß manche Verhältnisse besser sind als andere, und daß 2 Theile Diphenylamin auf 1 Theil Ditolylamin eine gute Mischung geben.

Oxalsäure kann ebenfalls für die Umwandlung des Diphenylamins in blauen Farbstoff verwendet werden, aber der Ertrag ist geringer. Das beste Mischungsverhältniß sind gleiche Theile Säure und Alkaloid. Man erhitzt zwischen 110 und 120° C. während 3 bis 5 Stunden, trägt aber Sorge, daß diese Temperatur nicht überschritten werde, weil sonst der Farbstoff wieder zerstört wird; sobald das Maximum von Färbevermögen erreicht ist, läßt man erkalten und kocht mit Wasser aus, um die überschüssige Säure wegzunehmen. Das übrige Reinigungsverfahren wie oben.

Ueber die praktische Seite obigen Verfahrens läßt sich vorläufig nichts behaupten. Ist der Ertrag an Farbstoff lohnend, so wird die Industrie bald Mittel finden, das Kohlenstoffsesquichlorid wohlfeil darzustellen. Mir stand keines zu Gebote, um damit Versuche anstellen zu können; ich fand dagegen bei Oxalsäure zwar Blaubildung, aber in so geringer Menge, daß wohl vorauszusehen ist, daß dieses Agens keiner allgemeinen Anwendung fähig seyn wird. Nach dem von mir aufgefundenen Verfahren, das von den vorigen ganz verschieden ist und sich durch relative Wohlfeiheit auszeichnet, verläuft die Operation ruhig und ohne besonderer Aufsicht zu bedürfen bis zu Ende. Später, wenn vergleichende Versuche über den Werth entschieden haben, wird Näheres darüber berichtet werden.

Echternach (Großherzogthum Luxemburg), 15. Juni 1867.

XX. Die Prüfung des Anilinöles; von Dr. M. Reimann.

Mit Abbildungen.

Comme le soleil chasse les tenèbres, Ainsi la science chasse les erreurs.

Es ist eine in der Anilinindustrie allgemein gemachte Erfahrung, daß gewisse Sorten Anilinöl eine bessere Ausbeute liefern als andere, und es ist daher für den Fabrikanten von der höchsten Wichtigkeit, über die Natur des Anilinöles, welches er verwendet, soviel als möglich in's Klare zu kommen. Man hatte Gelegenheit, die angedeutete Erfahrung vorzüglich bei der Fabrication des Fuchsins zu machen. Es wurde gerade in diesem Artikel wohl am meisten experimentirt, die Güte des