Text-Bild-Ansicht Band 185

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Lösung in höchst möglicher Wärme erhält man den Graphit, durch langsame Lösung Graphit und Cementkohle, durch Jod endlich Cement- und Härtungskohle. Sicherlich fordert es die directe Untersuchung, nachzuweisen, ob Cementkohle auf dieselbe Weise mit Jod, Stickstoff, Wasserstoff etc. sich vereinigt wie Härtungskohle; aber vorläufig scheint auf Grund mehrerer Berechnungen von Analysen diese Annahme gerechtfertigt.

Die Resultate der Analysen des Verf. sind folgende; er fand in 100 Thln. Eisen oder Stahl

Textabbildung Bd. 185, S. 136

Bei der Untersuchung auf die drei verschiedenen Arten Kohlenstoff fand der Verf. in dem ungehärteten, gereckten Cementstahl 0,52 Härtungskohle und 0,9 Cementkohle, zusammen 1,42 Proc. In der obigen Tabelle findet sich für diesen Stahl 1,24 gebundener Kohlenstoff und 0,30 Graphit. Die Zahl 1,24 macht 60 Proc. von 2,07 aus, das Gewicht der ganzen Kohle nach der Lösung des Stahls in Jod würde also 2,07 + 0,3 – 2,37 betragen haben. Da nun durch besonderen Versuch die sogenannte Cementkohle sich zu 0,9 Proc. herausgestellt hatte und der Rückstand nach der Lösung des Stahls in Jod 60 Proc. reinen Kohlenstoff enthält, so muß der ganze Kohlegehalt = (60 . 2,37)/100 = 1,42 Proc. betragen und davon sind 0,9 Proc. Cementkohle.

Der Fehler, den man in Rücksicht auf den ganzen Kohlegehalt bei der sogenannten Graphitbestimmung im ungehärteten Stahl macht, ist übrigens von keiner praktischen Bedeutung. Aber es ist nicht unwahrscheinlich,