Text-Bild-Ansicht Band 185

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Stahles zur Erzeugung von Eisenbahnmaterial ein Gutachten abzugeben. Das Comité löste seine Aufgabe zum Theil durch sehr gründliche Versuche, welche über die Elasticität und Festigkeit des Eisens und Stahles zuerst unter der Leitung des Hrn. Professors Aengström, später durch die Herren R. Thalén und K. Cronstrand, und schließlich durch den Director des polytechnischen Institutes in Stockholm Hrn. Knut Styffe unter Mitwirkung der Herren Ingenieure K. Cronstrand und P. Lindell ausgeführt wurden. Hr. Knut Styffe, mit der Leitung der Versuche seit 1863 beschäftigt, erhielt vom Comité den Auftrag, über deren Ergebnisse den Bericht zu erstatten.

Die Versuche umfassen außer verschiedenen Puddeleisen- und Stahlsorten, welche eigens für diesen Zweck auf dem Puddelwerke Surahammer aus schwedischem Roheisen erzeugt wurden, auch Bessemerstahl und Eisen, schwedische Frischeisengattungen, und einige englische Eisensorten; sie berücksichtigen die Abhängigkeit der Lage der Elasticitätsgrenze, der Festigkeits- und Elasticitätscoefficienten von der Temperatur, bei welcher das Material beansprucht wird; von Kohlenstoff- und Phosphorgehalt, sowie von der vorhergehenden mechanischen Behandlung durch Strecken, Glühen und Härten. – Wiewohl sich also die Resultate größtentheils auf schwedische Fabricate beziehen, so dürfte dennoch eine kurze Mittheilung derselben, einerseits wegen Vergleichung mit heimischen Eisen- und Stahlgattungen, und andererseits wegen der, zum Theil mehr oder minder allgemein geltenden Erfahrungssätze gerechtfertigt seyn und die Aufmerksamkeit des Eisenfabrikanten und Maschinenbauers verdienen.

Was die Art der Versuche betrifft, so hielt das Comité für das Zweckmäßigste, sich größtentheils auf Ausdehnungsversuche zu beschränken, indem sich der Vorgang bei denselben, zufolge der im ganzen Stabquerschnitte gleichmäßig auftretenden Normalspannungen, am einfachsten gestaltet, was die Erklärung der eintretenden Erscheinungen vielfach erleichtert. –

Die Untersuchungen zerfallen demnach in:

1) Versuche über die absolute Festigkeit und Elasticität bei gewöhnlicher Temperatur von ungefähr 15° C.;

2) Versuche über denselben Gegenstand in der Kälte und Wärme;

3) Biegungsversuche in gewöhnlicher Temperatur und in der Kälte und Wärme zur Ermittelung des Elasticitätsmoduls. –

Im Folgenden sollen nun die Ergebnisse, wie sie der Bericht darstellt, nebst einer Angabe der befolgten Versuchsmethoden, auszugsweise mitgetheilt werden.