Text-Bild-Ansicht Band 185

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wurde; diese Befestigungsart erwies sich als zweckmäßig, indem durch das Stauchen eine Querschnittsvergrößerung erreicht wurde, welche die Verschwächung durch die Erhitzung aufgewogen hatte.

Die Länge der Stäbe war bei den Elasticitätsversuchen 5–6 Fuß, bei den Zerreißungsversuchen viel geringer, mitunter nur wenige Zoll; sie wurden mittelst eines eigenen Maaßstabes eingetheilt, und die Theilstriche eingeritzt. –

Die Messung der Querschnitte geschah mit einem Schraubenmaaße an mehreren Stellen des Stabes, in zwei aufeinander senkrechten Richtungen; hieraus wurde dann der mittlere Querschnitt abgeleitet. – Zur Messung der elastischen Längenänderungen diente ein hölzerner Maaßstab, welcher sich zum Theil an die Scalen der Stäbe anlehnte, und zum Theil auf Rollen aufgehängt und entlastet war; auf diesem Maaßstabe waren zwei Schraubenmikroskope angebracht, die Entfernung ihrer optischen Achsen betrug genau 5 Fuß. – An den Enden der Versuchsstäbe, gerade über den zwei äußersten, in fünf Fuß Entfernung aufgetragenen Theilstrichen, sind mittelst Stellschrauben zwei Scalen befestigt; die dem Preßcylinder zunächstliegende wird die Indexscale, die andere die Meßscale genannt; letztere hat 280 Intervalle, von denen jeder 0,2048 Millimeter beträgt. Die Nullpunkte dieser Scalen befanden sich über den äußersten Theilstrichen der Versuchsstäbe, und es mußte vor der Messung der Faden des einen Schraubenmikroskopes auf den Nullpunkt der Indexscale eingestellt werden, was durch eine horizontale Schraube, welche sich an einen Ansatz der Hülse der Indexscale stemmte, leicht bewirkt werden konnte. Ueberdieß war der Maaßstab durch eine Spiralfeder und eine Vorrichtung, welche das Heben und Senken desselben zuließ, jedoch eine Umdrehung um seine Längenachse verhinderte, mit dem fixen Preßcylinder verbunden; dadurch ist der Maaßstab, indem er durch die Feder leise an den Ansatz der Indexscale gepreßt wurde, gezwungen worden, den Bewegungen der letzteren zu folgen, wodurch man das wiederholte Einstellen auf den Nullpunkt der Indexscale zu vermeiden hoffte; dieser Zweck ist jedoch nicht vollständig erreicht worden, und es mußte jeder Ablesung auf dem Maaßstabe ein neuerliches Einstellen des Mikroskopes vorangehen.

Die mit dem vorstehenden Apparate durchgeführten Versuche sind in der folgenden Tabelle enthalten, und es erscheint nothwendig, zum Verständniß derselben einiges beizufügen. – Bisher begriff man unter Elasticitätsgrenze jene kleinste Belastung pro Flächeneinheit des Querschnittes, welche eine bemerkbare bleibende Verlängerung hervorrufen kann. Diese Grenze scharf zu bestimmen, hängt sehr von der Genauigkeit