Text-Bild-Ansicht Band 185

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Querschnitt ermittelt. Der Hr. Verfasser wollte die Fehlerquellen umgehen, welche bei der Bestimmung des Moduls aus Biegungsversuchen wegen der dabei stattfinden Voraussetzung seiner Gleichheit für Zug und Druck, oder nach Werthheim aus den elastischen Verlängerungen von Drähten, wegen der unzureichenden Bestimmung ihres Querschnittes aus dem specifischen Gewichte entspringen.

Die Berechnung geschah nach der Formel E = l /a . (P₁ – P)/(L₁ – L), worin E den Zugmodul, l die ursprüngliche Länge und a den Querschnitt, ferner L₁ und L die den Spannungsgewichten P₁ und P entsprechenden Stablängen bedeuten. – Der benutzte Apparat ist der früher beschriebene. Um die Temperatur der Stäbe jederzeit bestimmen zu können, waren sie in ein enges Messingrohr eingeschlossen und die beiderseits so viel hervorragenden Enden derselben, als zur Befestigung der Scalen und zur Verbindung mit den Querstücken des Apparates nothwendig war, durch Kautschukröhrchen abgedichtet; die Stäbe sind mit einer Flüssigkeit umgeben und ihre Temperatur durch eingesetzte Thermometer bestimmt worden, das Rohr, um auf den Stab nicht zu drücken, durch Gegengewichte entlastet. – Die durch das eigene Gewicht des Stabes hervorgerufene Einbiegung wurde ebenfalls in Rechnung gezogen; zu diesem Behufe waren in der Mitte und senkrecht auf die Achse des geraden Rohres zwei zu einander rechtwinkelige und gegen den Horizont unter 45° geneigte Messingröhrchen angebracht; in diesen bewegten sich zwei Stäbe, welche mit dem einen Ende auf dem Versuchsstabe aufruhten, und mit dem anderen auf Zeigerhebel wirkten; letztere waren auf diese Weise gezwungen, den transversalen Bewegungen des Versuchsstabes zu folgen, und die Coordinaten des Stabachsenmittels mit Rücksicht auf ein unter 45° geneigtes Achsensystem anzugeben. Wird annähernd vorausgesetzt, daß die Stabachse nach einem Kreisbogen gekrümmt ist, so dienen die Coordinaten des Pfeiles und die jederzeit meßbare Sehnenlänge zur Bestimmung der Bogenlänge. Diese in den äußersten Umrissen skizzirte Einrichtung des Apparates ermöglichte die nothwendigen Correcturen wegen der Einbiegung des Stabes und der Temperaturänderungen während des Versuches in der Längendifferenz L₁–L anzubringen. Die Resultate der Untersuchungen ergaben, daß der Modul für Stahl von verschiedenen Härtegraden und gutes Eisen nicht viel verschieden ist, und mit dem specifischen Gewichte des Materielles abnimmt. Im Mittel beträgt er für Stahl und Eisen von 7,8 spec. Gewicht 269,0370 Ctr. pro Quadratzoll und ist sogar bei gutem Bessemereisen mit 298,930 Ctr. gefunden worden; bei kaltbrüchigem und schlackenhaltigem Eisen von 7,4 spec. Gew. betrug er bloß 239,1440 Ctr.