Text-Bild-Ansicht Band 183

Bild:
<< vorherige Seite

großen Kostenaufwand verursachten, übersichtlich zusammen.39) Der Zweck dieser Fabrication ist bekanntlich im Allgemeinen der, aus der Torfmasse ein Brennmaterial herzustellen, welches möglichst festen Zusammenhang hat, deßhalb auf jede Weise transportabel ist, und bei geringem Volumen möglichst große Heizkraft besitzt. Er wird in allen den Fällen zu erstreben seyn, wo man es mit Torfmasse zu thun hat, welche die Eigenschaft hat an der Luft zu zerfallen, oder wo ein sonst guter Stichtorf weiten Transport per Achse aushalten soll, oder endlich wo man Torfmasse zur Erzeugung von möglichst hohen Temperaturen, wie zu Hüttenprocessen, benutzen will.

Der Torf hat nun bekanntlich die Eigenschaft, daß, wenn man sein natürliches Gefüge zerstört, und darnach die Theile wieder unter mäßigem Druck vereinigt, diese Theile eine bedeutende Cohäsionskraft entwickeln. Auf diese Eigenschaft des Torfes gründet sich das ebenso einfache wie billige Verfahren, mittelst der Schlickeysen'schen Maschine Preßtorf zu fabriciren. Man wirft nämlich die eben gegrabene Torfmasse in den Cylinder der Maschine, läßt sie hier in ihrem Gefüge zerstören und erhält aus dem passend geformten Mundstücke einen Torfstrang, welcher durch eine einfache Abschneidvorrichtung in passende Längen getheilt wird.

Ein Mundstück, wie es in neuester Zeit für Maschinen zur Preßtorf-Fabrication von Hrn. Schlickeysen ausgeführt wird, ist in den Figuren 3, 4 und 5 in drei leicht erkennbaren Ansichten gezeichnet. l ist der bereits erwähnte gußeiserne Rahmen, welcher das Mundstück mit dem Arbeitscylinder verbindet. A ist das eigentliche, aus Holz gebildete Mundstück, hier mit drei Oeffnungen zur Bildung von eben so viel Torfsträngen versehen. Die Holzfasern der Theile, welche das Mundstück bilden, stehen rechtwinklich zur Torfstrangrichtung, mit Ausnahme der ersichtlichen stumpfen Ecken der Formen, welche aus Langholz gebildet sind, in der Absicht, hier die Reibung möglichst herabzuziehen. Um hierfür aber noch mehr zu thun, werden diese Ecken sogar mit Wasser geschmiert. In dem oberen Theil des Rahmens l ist nämlich eine Vertiefung zur Aufnahme von Wasser angeordnet, aus welcher durch drei Schrauben a Wasser nach den Vertiefungen b gelassen werden kann. Aus diesen verbreitet sich das Wasser nach der Vertiefung c nur durch kleine Löcher d nach den Endstücken der Formen (wie dieß aus der

39)

Man s. auch Dr. Dullo's Abhandlung „über einige neue Vorrichtungen bei der Torf-Fabrication“ im polytechn. Journal (1864) Bd. CLXXII S. 331.