Text-Bild-Ansicht Band 182

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Lentin schreibt zur Bereitung des Goldpurpurs vor, das Zinn in Salzsäure aufzulösen, und in die Lösung so lange Salpetersäure zu tröpfeln, bis eine herausgenommene Probe mit Goldsolution einen schönen Purpur gibt. Sollte man zu viel Salpetersäure angewandt haben, so fällt der Purpur erst dann, wenn man ein Stückchen Zinn auf kurze Zeit in die Mischung legt.

Lampadius stellt den Purpur dar, indem er das Goldchlorid in 5–600 Theilen Wasser löst und, je nachdem derselbe heller oder dunkler werden soll, mit 1 bis 5 Proc. rauchender Salpetersäure versetzt und einen platten Zinnstab hineinstellt.

Pelletier bereitet den Purpur durch Zusammenbringen von Zinnspänen mit Goldsolution. Elsner verwirft jedoch diese Vorschrift, mit dem Hinzufügen, daß der Purpur am besten und schönsten ausfalle, wenn man in eine sehr verdünnte Goldlösung die stark verdünnte Zinnchlorürchlorid-Lösung vorsichtig tröpfle.

Lüdersdorff behauptet, bei der Goldpurpur-Bereitung müsse man jeden Ueberschuß sowohl an Säure, als auch an Goldlösung vermeiden. Nach ihm verhindert arabisches Gummi die Fällung des Purpurs; setze man aber dann Weingeist hinzu, so schlage sich mit dem Gummi auch der Purpur nieder.

Nach Fuchs erhält man mit Goldlösung und reinem Zinnchlorür niemals reinen Purpur, sondern ein Gemenge von Purpur und metallischem Golde; dagegen den schönsten Purpur, wenn man Eisenchloridlösung so lange mit Zinnchlorürlösung versetzt, bis die gelbe Farbe in eine blaßgrüne übergegangen ist, und dann mit dieser Mischung die Goldsolution fällt. Das dabei nun gegenwärtige Eisenchlorür sey ohne allen nachtheiligen Einfluß auf das Resultat.

Capaun erklärt diese Fuchs'sche Bereitungsmethode für weit besser als die Buisson'sche, fügt jedoch hinzu, daß das äußere schöne Ansehen des Präparats noch keine Garantie seiner Brauchbarkeit zur Färbung der Glasflüsse in sich schlösse.

Bolley erwärmt 10 Theile Pinksalz (Verbindung von Ammoniumchlorid und Zinnchlorid) mit 1,07 Theilen Stanniol und 40 Thl. Wasser bis zur Lösung des Metalls und setzt dann noch 140 Thle. Wasser hinzu. Man hat nun in der Lösung Zinnsesquichlorid gemäß der Gleichung 3 (NH⁴Cl, SnCl²) + Sn = 3 NH⁴Cl + 2 Sn²Cl³. Andererseits löst er 1,34 Theile Gold in nicht überschüssigem Königswasser, verdünnt die Lösung auf 500 Theile, gießt in letztere die Zinnlösung und erwärmt gelinde. Der bald sich absetzende Purpur wiegt nach dem Trocknen bei 100° C. 4,92 Theile; das Filtrat ist blaßroth. – Die Vorzüge des