Text-Bild-Ansicht Band 182

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Pinksalzes zur Darstellung des Goldpurpurs sind: es ist von unveränderlicher Zusammensetzung, daher geschickt zur Herstellung der zwischen Oxydul und Oxyd mitten inne liegenden Oxydationsstufe Sn²O³, dabei wasserfrei, luftbeständig, und somit selbst der Hand des Empirikers anzuvertrauen.

Alle oder fast alle Vorschriften stimmen, wie man sieht, darin miteinander überein, daß zwar das Zinnchlorür schon allein mit dem Goldchloride einen Goldpurpur gibt, derselbe jedoch schöner und reiner ausfallen soll, wenn das anzuwendende Zinnchlorür noch eine gewisse Menge Chlorid enthält, d.h. wenn es das Sesquichlorid = Sn²Cl³ ist.

B. Ansichten verschiedener Chemiker über die Natur des Goldpurpurs.

Buisson hält den Goldpurpur für ein bloßes Gemenge von metallischem Golde mit basischem Zinnchlorid.

Sarzeau schließt sich dieser Ansicht Buisson's an.

Vauquelin sagt, der Purpur sey ein Gemenge von Goldoxyd, Zinnoxyd und metallischem Golde.

Marcadieu schmolz Gold, Silber und Zinn zusammen und behandelte diese Legirung mit Salpetersäure; in dem Augenblicke, als Blasen aufzusteigen begannen, entstand Purpur, mit Salzsäure entstand kein solcher, und Marcadieu folgert nun hieraus, daß im Purpur metallisches Gold enthalten sey.

Lentin erklärt die Bildung des Goldpurpurs nach seiner oben mitgetheilten Vorschrift in nachstehender Weise: Das unvollkommen oxydirte Zinn zieht einen Theil des Sauerstoffs des Goldes an sich, welches sich nun purpurfarbig an die Theilchen des Zinnoxyds anlegt, das hier der Farbe eben bloß zur Basis dient, wie beim Scharlachfärben der Cochenille. Daß dem Golde ein Theil des Sauerstoffs entzogen werden müsse, den es durch seine Auflösung in salpetrigsaurer Salzsäure aufgenommen hatte, wenn es eine Purpurfarbe hervorbringen soll, scheint sich ferner dadurch zu bestätigen, daß verschiedene andere Substanzen dasselbe gleichfalls purpurfarben niederschlagen können. Wenn man z.B. etwas Goldsolution auf die Oberfläche der Haut trägt, so entsteht nach einiger Zeit an der Stelle eine Farbe, welche der des Goldpurpurs ganz vollkommen gleich ist; hier entzieht nämlich der Kohlenstoff, der einen Bestandtheil der Haut ausmacht, dem Golde einen Theil seines Sauerstoffs, und nun schlägt es sich purpurfarben nieder.

Strecker reproducirt diese Ansicht über die Natur der durch Goldlösung auf der thierischen Haut entstehenden purpurrothen Flecken in so