Text-Bild-Ansicht Band 182

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ferne, als er sie wahrscheinlich für Goldoxyd erklärt, denn sie würden beim Reiben nicht metallglänzend; dieß geschehe aber, wenn man sie in einer mit Wasserstoffgas gefüllten Flasche in das Sonnenlicht bringe. (Siehe indessen weiter unten Knaffl.)

Proust untersuchte einen mit Goldchlorid und Zinnchlorür bereiteten und gut getrockneten Niederschlag, und fand ihn aus 24 Proc. metallischem Golde und 76 Proc. Zinnoxyd zusammengesetzt, welche er sich aber chemisch mit einander vereinigt denkt.

Gay-Lussac nimmt ebenfalls eine Verbindung beider durch Affinität oder wenigstens durch innige Adhäsion an.

Clarke schließt aus von ihm angestellten Versuchen, daß der Purpur aus einer chemischen Verbindung von oxydirtem Zinn und oxydirtem Gold in dem Gewichtsverhältniß von 3 Theilen Zinn und 1 Theil Gold besteht; doch schlage sich bei seiner Bereitung immer mehr Zinn als Gold nieder. Die verschiedenen Farben-Nüancen, welche die Purpure zeigen, sollen in den verschiedenen Verhältnissen, in denen sich die Oxyde der beiden Metalle mit einander verbinden und vielleicht auch in dem verschiedenen Grade ihrer Oxydation begründet seyn.

Buchner folgert aus seinen Versuchen „über einige Verbindungen des Goldes“ unter Anderem, daß das Gold, ungeachtet seiner Beständigkeit für sich und gegen Säuren, durch seine Affinität zu den elektropositiven Elementen mit diesen zugleich Sauerstoff aufnehmen oder den damit bereits verbundenen theilen könne, so daß es in Berührung mit elektropositiven Metallen oder mit basischen Oxyden bei einer schwachen Glühhitze, wobei es noch nicht zum Schmelzen kommt, seine metallische Natur verliert und so eigene oxydirte Verbindungen bildet. Die Verbindungen des Goldes mit basischen Oxyden scheinen nur vermöge der Affinität zwischen dem elektronegativen Golde und dem elektropositiven Metalle und zwar so zu Stande zu kommen, daß das Sauerstoffquantum, welches das letztere anzieht oder schon besessen hatte, nun beiden Metallen gemeinschaftlich wird und so ein einfaches Oxyd eines Doppelmetalles entsteht. Sobald aber das elektropositive Metall durch erhöhte Temperatur oder durch Einwirkung einer Säure das Gold verläßt, reißt es das ganze Sauerstoffquantum an sich, um wieder als basisches Oxyd aufzutreten. Ein solches Doppeloxyd bilde nun das Gold mit dem Zinn, und zwar in mehreren Verhältnissen; der Cassius'sche Purpur sey eine solche Verbindung, d.h. Sauerstoff verbunden mit einem Doppelmetalle.

Nach N. W. Fischer unterliegt es keinem Zweifel, daß der Goldpurpur aus Goldsuboxyd und Zinnoxyd besteht.

Desmarest gibt zwar zu, die Unlöslichkeit des Goldpurpurs in