Text-Bild-Ansicht Band 182

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wird. Zu beiden Seiten des Dorns befinden sich Walzen, und die Oberflächen des Dorns und der Walzen sind diagonal nach entgegengesetzten Richtungen gefurcht, so daß rhombenförmige Zahnvorsprünge an ihnen gebildet werden. Die Walzen werden durch Elementarkraft getrieben und gegen den Ring angedrückt, welcher durch den Druck und die seitliche Wirkung der Zahnvorsprünge an Walzen und Dorn sowohl im Durchmesser erweitert als der Länge nach gestreckt wird. Nachdem der Ring auf diese Weise ein Stück gedehnt worden ist, wird er auf einen anderen Dorn oder nach einem größeren Durchmesser desselben Dorns geschoben und von Neuem zwischen den Walzen bearbeitet, oder der dicke Ring wird über einen rotirenden Dorn gelegt und durch eine Walze, welche sich parallel zur Achse des Ringes fortbewegt, nach Durchmesser und Länge gestreckt. Bei der letzteren Anordnung müssen Ring und Walze gegen einander angedrückt werden.

Dieses Verfahren, dicke Ringe zu strecken, zeigt der Verticaldurchschnitt in Fig. 7. Der zu bearbeitende Ring A ist auf den in den Lagern C ruhenden Dorn B aufgeschoben, der vermittelst des Muffes B² in langsame Umdrehung gesetzt wird. Das Eigengewicht des Dorns wird hierbei durch eine über die Rolle B¹ gelegte, belastete Kette ausgeglichen. Beim Strecken des Ringes werden die Lager C durch die Säulen D, welche durch ausgesparte Räume in den Ständern der Maschine hindurch gehen, allmählich gehoben. Die unteren Enden der Säulen D legen sich auf die Keile E, die an ihrer unteren Fläche eine Verzahnung haben und vermittelst eines in diese eingreifenden Getriebes F nach der Richtung des Pfeiles fortbewegt werden. Oberbalb des Ringes A befindet sich die Walze G; sie steckt lose auf der Achse G¹, die durch die Nabe des Sectors H gelegt ist, und der letztere greift mit seiner Verzahnung in eine am Gestell befestigte Zahnstange I. Die Kurbelstange J und Kurbel K ertheilt der Walze G eine hin- und hergehende Bewegung, und der Sector H, sowie die Zahnstange I dienen dazu, die Walze G bei ihrer Bewegung in horizontaler Ebene zu erhalten. Durch den belasteten Hebel L und die Gelenkstangen L' wird der Eingriff zwischen dem Sector H und der Zahnstange I gesichert. Die Welle der Kurbel K erhält ihre Bewegung von der Betriebswelle M.

Das Strecken der Ringe kann auch durch Hämmern hervorgebracht werden. Dann ruht der Dorn auf einem Amboß und der auf den Dorn aufgeschobene Ring wird durch einen oder mehrere Hämmer, die ähnlich wie bei der Ryder'schen Schmiedemaschine angeordnet sind, bearbeitet, indem er fortwährend um den Dorn herumgedreht wird.

Zuletzt werden die Ringe auf einem Walzwerk vollendet. Hierbei