Text-Bild-Ansicht Band 182

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Trompete, die vertical an dem Ende eines Gebläses, mit der Windlade in Communication stehend, angebracht ist; das Gebläse wird durch zwei Pferde in Thätigkeit versetzt, und das Stativ, auf dem die Windlade sich befindet, ist um eine verticale Achse drehbar, so daß das Signal nach allen Stellen hin, die in einem halben Umkreise liegen, gegeben werden kann. Der Hahn, welcher aus der Windlade der Pfeife die Luft zuführt, ist mit einem Echappement versehen, so daß die Töne zwar unmittelbar, aber durch kurze Intervalle von einander unterbrochen, auf einander folgen. Die Töne werden auf 3 bis 4 Seemeilen deutlich gehört; der Apparat wird daher bei nebeligem Wetter die sonst gebräuchlichen Licht-Signale etc. mit Vortheil ersetzen können. (Aus l'Océan, durch Les Mondes, t. XII p. 4; September 1866.)

Alarmsignale bei Feuersgefahren.

Der große Brand in den Docks zu London hat Veranlassung gegeben, an die Einrichtung von Organen zu denken, welche in sicherer Weise das Eintreten einer Feuersgefahr ohne äußere Hülfsmittel anzukündigen vermögen. Es scheint nun, daß diese Aufgabe ihre vollständige Lösung gefunden hat. Hiernach hat man nämlich in jeder Abtheilung eines Magazines, sowie in jedem Zimmer der größeren Gebäude ein Thermometer anzubringen und dieses in eine Leitung einzuschalten, welche zu dem Telegraphen der nächsten Station der Feuerwehr führt. Unter gewöhnlichen Umständen geben diese Thermometer die Temperatur der Umgebung an, ohne daß dabei die Kette, in welche der Telegraph eingeschaltet ist, geschlossen wird; wenn aber in einem der betreffenden Räume eine ganz ungewöhnliche Temperaturerhöhung, wie etwa bei dem Beginne eines Brandes eintritt, so verlängert sich die Quecksilbersäule des Thermometers über die gewöhnlichen Grenzen hinaus und schließt jetzt die Kette: das Läutewerk einer jeden Station, die in den Telegraphen eingeschaltet ist, gibt daher jetzt die Feuersignale, und zwar weit früher als der Brand von den Feuerwächtern entdeckt werden kann. (Aus dem Athenäum durch Les Mondes, t. X p. 249; Februar 1866.)

Ein Mißbrauch des Telegraphen in Indien.

Folgendes entnimmt unsere Quelle (Engineer, Juli 1866, S. 8) der Geschichte des Telegraphen in Indien von Adley: Die Methode des Ablesens der Signale (am Morse'schen Apparate) mittelst der Schläge des Ankers gegen den Elektromagneten, bietet in Indien zuweilen ein einträgliches Geschäft. Den dienstfreien Beamten etc. ist zwar der Zutritt zum Telegraphenbureau nicht gestattet; hingegen dürfen sie sich in anderen benachbarten Räumen, wie auch die Actionäre, aufhalten. Kommt eine Depesche an, so kann diese in den angrenzenden Sälen von Sachverständigen deutlich aus den Ankerschlägen vernommen werden, und es kommt dann nicht selten vor, daß die Depesche, durch fremde Boten versendet, weit schneller an die eingeborenen Kaufleute gelangt, als an den Adressaten selbst, wenn dieser ein Engländer ist. (Ein solcher Mißbrauch des Telegraphen läßt sich leicht beseitigen: man dämpfe die Ankerschläge, indem man die Berührungsflächen mit starkem Papier belegt, schalte aber dafür einen Wecker in die Kette ein, mittelst welchem sodann der gegenseitige Anruf gegeben werden kann. C. K.)

Verbesserung des Aneroid-Barometers.

Es ist bekannt, daß diese Instrumente, wie sie von verschiedenen Seiten geliefert werden, im Allgemeinen nicht besonders zuverlässig functioniren. In der neueren Zeit hat man, um ihre Empfindlichkeit zu erhöhen, die Veränderungen des baroskopischen Organes mittelst einer Kette auf das Triebwerk der Zeigerachse überzutragen gesucht, und dieses Mittel zur Uebertragung der Bewegung war von Neuem eine Veranlassung von wesentlichen Uebelständen. In der optischen Anstalt von Cooke und Söhne soll das Aneroid bedeutende Verbesserungen erhalten haben; unter Anderem wurde die