Text-Bild-Ansicht Band 182

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scheint es, daß die schleudernde Wirkung des Haloxylins etwas geringer sey, als die des Sprengpulvers, was mit der langsameren Entzündung des ersteren zusammenhängt.

Die Nichtentzündbarkeit des Haloxylins durch den Funken (den Eisen am Stein reißt), und die gefahrlose Anwendung der eisernen Raumnadel sind die Hauptvortheile desselben, zu denen auch der auf den Organismus bis jetzt weniger belästigend einwirkende Rauch zu zählen ist.“

Die Redaction des p. J.

Verfahren zur Bereitung von Sauerstoffgas im Großen; von C. R. Maréchal und C. M. Tessié du Motay in Metz (Frankreich).

Die Genannten haben gefunden, daß die mangansauren und Übermangansauren Salze von Kali, Natron und Baryt, die eisensauren Salze von Kali, Natron und Baryt, sowie die chromsauren Salze von Kali, Natron und Baryt, die Eigenschaft besitzen ihren Sauerstoff bei einer mehr oder weniger erhöhten Temperatur abzugeben, wenn sie der Einwirkung eines Dampfstromes unterzogen sind. Diese Körper besitzen, nachdem sie so desoxydirt worden sind, auch die Eigenschaft wieder oxydirt zu werden, wenn man sie der Einwirkung eines Luftstromes bei einer mehr oder weniger hohen Temperatur aussetzt.

Auf diese doppelte Eigenschaft der erwähnten Salze gründet sich das neue Verfahren der Sauerstoffbereitung, welches den Genannten am 10. Januar 1866 in England patentirt wurde. Dieselben bringen in eine Retorte eine der erwähnten binären Verbindungen, welche sich auf dem Minimum oder auf dem Maximum ihrer Oxydation befinden kann. Ist die binäre Verbindung auf dem Minimum ihrer Oxydation, so überoxydiren sie dieselbe mittelst eines Stromes atmosphärischer Luft, welche entweder mechanisch oder durch den Zug eines Schornsteines über dieselbe geleitet wird. Ist die Verbindung hingegen auf dem Maximum ihrer Oxydation, so desoxydiren sie dieselbe mittelst eines Dampfstromes oder durch Injiciren von Wasser; der Sauerstoff und der Dampf gelangen nach dem Austreten aus der Retorte mit einander in einen Condensator; in demselben wird der Dampf condensirt, der Sauerstoff aber zieht in einen Gasbehälter ab, in welchem er gesammelt wird. Nachdem aller in der binären Verbindung enthaltene benutzbare Sauerstoff durch die Wirkung des Dampfes entbunden ist, wird die Operation des Ueberoxydirens mittelst Luft wieder vorgenommen, und umgekehrt. Auf diese Weise kann man die Sauerstoffproduction beliebig lang fortsetzen.

Dieses Verfahren soll in Frankreich mit bestem Erfolg in Betrieb seyn; wenn die erwähnten Reactionen in der Praxis wirklich mit genügender Regelmäßigkeit erfolgen, so wäre es ohne Zweifel eine schätzbare Erfindung, welche für viele metallurgische Processe benutzt werden könnte. (Chemical News, vol. XIV p. 154; Septbr. 1866.)

Daguerreotypen auf Kupfer.

Die Kostspieligkeit silberplattirten Kupfers bildete bisher einen ernsten Uebelstand der Daguerreotypie. Diese Schwierigkeit ist nun durch ein sehr einfaches Verfahren beseitigt worden, welches ausgezeichnete Bilder auf reinem Kupfer darzustellen gestattet. Dieses, von einem Hrn. Mialerli-Becknell zu St. John the Baptist in Louisiana erfundene Verfahren erfordert zwar ein längeres Exponiren des Bildes als wünschenswerth wäre, führt aber weit rascher zum Ziele als wenn plattirtes Kupfer angewandt wird, und entspricht einer Menge von Zwecken.

Eine glatte und vollkommen reine Kupferplatte wird beiläufig 30 Secunden in ein Bad aus 125 Gran Kupfervitriol, 75 Gran Kochsalz und 2 Unzen mit einigen Tropfen irgend einer Säure angesäuertem Wasser gelegt, und nachdem man sie herausgenommen hat, abgewaschen und mit einem weichen Tuche getrocknet. Sie ist nun zum Exponiren vorbereitet und muß einige Minuten lang, deren Anzahl von der Witterung abhängt, unter einem Glasnegativ belichtet werden. Das auf diese Weise erzeugte Bild wird dadurch fixirt, daß man es einige Secunden lang in eine Lösung von unterschwefligsaurem Natron, welche etwas Chlorsilber enthält, eintaucht. Es muß