Text-Bild-Ansicht Band 182

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dieselbe den gewünschten Erfolg nicht hatte und nicht nutzbringend war. Die Fabrik beschränkt sich jetzt lediglich auf das Ausziehen der gebrauchten Putzwolle und Abfälle aus den Stearinfabriken und Talgschmelzereien mit Schwefelkohlenstoff.

Die Mängel, mit welchen die Extraction der Samen vermittelst Schwefelkohlenstoff behaftet ist, sind nachfolgende:

1) Während der Extraction ist es unumgänglich nöthig, den Schwefelkohlenstoff vor einer Zersetzung zu schützen, deren Ursachen größtentheils noch so gut wie nicht gekannt sind und die in ihrem Gefolge eine Entwickelung von Schwefelwasserstoff sowie eine Abscheidung von Schwefel bedingt.

Dieser Schwefel bleibt in dem ausgezogenen und von dem Lösungsmittel durch Destillation getrennten Oele gelöst zurück.

Der Schwefelgehalt ertheilt aber dem Oele einen unangenehmen Geruch, der an Schwefelbalsam erinnert; der Geschmack des Oeles ist ein widerlicher hepatischer geworden, so daß dasselbe zur Verwendung als Speiseöl unbrauchbar ist.

2) Der Schwefelkohlenstoff hat ferner die Eigenschaft, nicht allein die fetten Oele des Samens zu lösen, sondern auch einen harzähnlichen klebrigen Körper aus dem Samen zu extrahiren, welcher an der Luft durch Sauerstoff-Aufnahme ein schnelles Verharzen, resp. Ranzigwerden des Oeles bedingt und so dasselbe zur Anwendung als Schmiermaterial für feinere und raschbewegte Maschinentheile ungeeignet macht.

Bei der Verseifung solcher Oele verursacht ihr Schwefel- und Harzgehalt einen unangenehmen Geruch und ertheilt der Seife auch andere für manche Zwecke nachtheilige Eigenschaften. Der Schwefelgehalt bedingt nämlich während der Verseifung die Bildung einer Schwefelleber, welche theils durch den unangenehmen Geruch, theils durch die Einwirkung auf Metalle sich bemerkbar macht.

Die sogenannte schwarze oder grüne Schmierseife, eine Kaliseife, welche aus einer Mischung von Rüböl und Leinöl bereitet wird, findet hierorts außer der Verwendung zur Reinigung der Wäsche auch noch zur Reinigung von Silberzeug oder stark versilberten Tischgeräthen, sowie zum Reinigen von mit weißer Oelfarbe angestrichenen Holzbekleidungen Verwendung, wobei alsdann, wenn die Seife einen Schwefelleber-Gehalt besitzt, eine zwar überraschende, aber höchst unangenehme Einwirkung auf diese Metalle, resp. Metalloxyde, eintritt.

Bekanntlich wird in manchen Gasthöfen das Silberzeug mit einer verdünnten warmen Seifenlösung gereinigt und es war in einem hiesigen Gasthof der Fall eingetreten, daß bei dieser Operation dasselbe schwarz