Text-Bild-Ansicht Band 182

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aus der zur Reinigung angewandten Lauge zum großen Schrecken des damit beauftragten Kellners hervorgieng. Ich ermittelte sehr bald, daß die verwandte Seife einen Schwefelleber-Gehalt besaß, der die Oberfläche des Silbers in Schwefelsilber verwandelt hatte. Weitere Nachforschungen ergaben, daß das zur Fabrication der Seife angewandte Alkali keinen Gehalt an Schwefelalkalien hatte, daß man aber ein Gemisch von Rüb- und Leinöl verwendet hatte, wovon das erstere durch Extraction mit Schwefelkohlenstoff dargestellt war.

3) Der Samenrückstand, der sonst bei der gewöhnlichen Oelgewinnungsmethode als ein vorzügliches Viehfutter benutzt werden kann, ist bei der Extractionsmethode mit Schwefelkohlenstoff mit einem höchst unangenehmen Geruch behaftet, der seine Benutzung als Viehfutter beeinträchtigt, insofern die Freßlust der Thiere benachtheiligt wird.

Die Samenrückstände (Preßkuchen) sind bei der gewöhnlichen Methode in Kuchenform, wohingegen die Extractionsmethode dieselben in Pulverform ergibt, daher sie in letzterer Form leichter eine Fälschung durch Zumischen von anderen gepulverten Substanzen erleiden können, aus welchem Grunde es vortheilhaft erscheint, den bei dem Extrahiren abfallenden Samenrückständen durch nachheriges Pressen in hydraulischen Pressen die Kuchenform zu geben. Auch ist bezüglich der Verpackung und des Transports die Kuchenform vorzuziehen.

Vergleicht man den Samenrückstand, welcher durch Schlagen der Oelsamen gewonnen wird, mit dem durch Extraction resultirenden, so ergibt sich, daß ersterer 5 bis 6 Proc. fettes Oel enthält, wohingegen bei letzterer Methode nur noch 1/2 bis 1/4 Proc. davon in demselben sich vorfinden. Dieser geringere Oelgehalt bei den Samenrückständen der Extractionsmethode kann jedoch in Bezug der Nährfähigkeit desselben nicht in Betracht gezogen werden.

Aus den oben angeführten Gründen ist leicht ersichtlich, daß die Extraction der Oelsamen vermittelst Schwefelkohlenstoff technisch nicht für alle Fälle anwendbar ist und ich wurde dadurch veranlaßt, eine Reihe von Versuchen mit verschiedenen Lösungsmitteln anzustellen, die mich schließlich zu einem günstigen Resultate führten.

Die Eigenschaften, welche ein Lösungsmittel haben muß, wenn es zur Oelextraction seine Verwendung finden soll, sind nachfolgende:

  • a) die als Lösungsmittel angewendete Substanz muß vollständig flüchtig seyn und sich leicht durch Destillation von dem fetten Oele trennen lassen;
  • b) sie darf nicht leicht zersetzbar seyn, namentlich keine Körper durch