Text-Bild-Ansicht Band 182

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  • Zersetzung abscheiden, die im Oele gelöst bleiben und demselben nachtheilige Eigenschaften ertheilen;
  • c) sie darf keine auflösenden Eigenschaften gegenüber anderen in den Samen enthaltenen Bestandtheilen, welche die Güte des Oeles beeinträchtigen, haben;
  • d) muß dieselbe leicht zu beschaffen und billig seyn.

Meine Versuche haben nun ergeben, daß das Canadol, ein sehr flüchtiger und leichter, aus dem canadischen und pennsylvanischen Petroleum gewonnener Kohlenwasserstoff, die obengenannten Eigenschaften in sich vereinigt und sich vorzugsweise zur Extraction der Oelsamen eignet.

Eine Hauptbedingung ist die, daß das Canadol keine Spur von Schwefel enthält, und aus diesem Grunde muß eine große Sorgfalt auf die Reinigung dieses Kohlenwasserstoffes verwendet werden. Die Behandlung mit einer Mischung von saurem chromsaurem Kali und Schwefelsäure, oder von Manganhyperoxyd mit Schwefelsäure, ist nicht zu unterlassen.

Ehe man das Canadol anwendet, muh man es auf einen Gehalt an Schwefel prüfen; durch die bekannte Behandlung mit Kalium wird dieses ermittelt (m. s. polytechn. Journal Bd. CLXVIII S. 49).

Das schwefelfreie Canadol hat ein spec. Gewicht von 0,650 bis 0,700 bei + 12° C.; es siedet bei + 60° C., verflüchtigt sich, ohne irgend einen Rückstand zu lassen, ist vollkommen neutral und von angenehmem ätherischem Geruche. Dieser Körper zeigt als Lösungsmittel ein ganz eigenthümliches, von anderen ähnlichen Kohlenwasserstoffen abweichendes Verhalten gegen fette Oele.

Bekanntlich lösen die Steinkohlentheeröle, das Benzol etc., sowohl die fetten Oele, wie auch die aus denselben durch Oxydation entstandenen verharzten Körper auf, weßhalb sie zum Fleckenvertilgen aus Stoffen so große Anwendung finden.

Das Canadol verhält sich in dieser Beziehung bei weitem anders. Es löst nämlich die unveränderten Fette und fetten Oele leicht und in großer Menge auf, wohingegen an der Luft eingetrocknete oder verharzte Oele von ihm wenig oder nicht gelöst werden; auch sind Harze und Gummiharze in diesem Kohlenwasserstoff fast unlöslich. Ferner löst es weder Amygdalin, noch das sogenannte Sinapin (Sulfosinapisin oder schwefelcyanwasserstoffsaures Sinapin), welches letztere in allen Samen der Brassica-Arten enthalten ist. Auf diese Eigenschaften fußend, habe