Text-Bild-Ansicht Band 182

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Das Destillat wurde zur Bestimmung des Ammoniaks und der organischen Basen, der Destillationsrückstand zum Nachweis der organischen Säuren verwandt.

Außer dem Ammoniak wurden in dem Destillat mit Bestimmtheit nachgewiesen:

Aethylamin C⁴H⁷N oder (C⁴H⁴) + (NH³)

Triäthylamin C⁶H⁹N oder 3 (C²H²) + (NH³) und

Propylamin C⁶H⁹N oder (C⁶H⁶) + (NH³)

(Amyl- und Butylamin sind höchst wahrscheinlich ebenfalls in dem Destillat enthalten, konnten jedoch wegen Mangel an Substanz nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden.)

Zur Trennung dieser Basen wurde theils der Siedepunkt, theils das Verhalten gegen Platinchlorid in Anwendung gebracht. In dem Destillations-Rückstand des mit Kalk versetzten Wassers wurden mit Gewißheit nachgewiesen

an organischen Säuren:

1) flüchtige:

Essigsäure,

Propionsäure,

Buttersäure,

Valeriansäure,

Capronsäure,

Benzoesäure und

geringe Mengen Ameisensäure;

2) nichtflüchtige:

Milchsäure,

Bernsteinsäure,

Oxalsäure.

(Kohlensäure und Schwefelwasserstoff entweichen während der Destillation.)

An anorganischen Säuren enthielt die Rückstands-Flüssigkeit Schwefelsäure, Phosphorsäure, Chlorwasserstoff- und geringe Mengen Kieselsäure.

Neben diesen Basen und Säuren enthält das Wasser noch erhebliche Mengen Leucin und durch die Gährung und Fäulniß veränderten und in Wasser löslich gewordenen Kleber; Tyrosin konnte nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen werden.

Der unerträgliche Geruch dieser Abflußwässer stammt offenbar von der Gegenwart der flüchtigen organischen Säuren neben Schwefelwasserstoff her; die flüchtigen organischen Basen, welche in verhältnißmäßig