Text-Bild-Ansicht Band 182

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sehr geringer Menge in demselben vorkommen, sind an die Säuren gebunden und können nur wenig oder gar keinen Antheil an diesen übelriechenden Ausdünstungen nehmen.

Das Sauer- und Schlämmwasser, welches die oben angegebenen Körper als Fäulnißproducte des Klebers neben gelöstem Kleber enthält, muß, ehe es zum Abfluß gelangen darf, vorher einer Operation unterworfen werden, die sowohl den Übeln Geruch beseitigt wie auch den aufgelösten Kleber vor einer weiteren Zersetzung schützt; die Säuren müssen neutralisirt und der Kleber muß gebunden werden.

Auch ist das Versenken dieses Sauerwassers, ohne vorherige Präparation, in Schlinggruben nicht zu gestatten, weil durch die sauren und auflösenden Eigenschaften desselben leicht eine Infiltration in die benachbarten Brunnen stattfinden kann. Ferner unterliegt der aufgelöste Kleber in diesen Gruben einer weiteren Zersetzung durch die fortschreitende Fäulniß, in Folge deren sich ein unausstehlicher Gestank entwickelt.

Diese eben genannten Gründe, welche auch gegen den Abfluß der unpräparirten Sauer- und Schlämmwässer in die offenen Wasserrinnen und öffentlichen Canäle sprechen, werden in letzterem Falle noch durch ein rasches Verschlämmen vermehrt.

Um dem Sauerwasser und Schlämmwasser die Säuren zu binden, den aufgelösten Kleber theils unlöslich zu machen und den nicht fällbaren vor einer weiteren Zersetzung durch die Fäulniß zu schützen, versetzt man dasselbe mit einigen Procenten frischer Kalkmilch bis zur alkalischen Reaction. Es bildet sich sofort ein coagulirender Niederschlag, welcher sich rasch zu Boden setzt. Das klare überstehende Wasser hat seinen übeln Geruch verloren und kann nun sogar in die offenen Straßenrinnen zum Abfluß zugelassen werden.

Diese Operation ist in großen Bottichen oder cementirten Behältern vorzunehmen.

Der schlammige Niederschlag wird zum Abtropfen in Körbe oder durchlöcherte Kästen gegeben, welche von Innen mit grobem Packtuch bekleidet sind und nur dem Wasser den Abfluß gestatten.

Ich habe das so präparirte, schwach alkalisch reagirende Sauer- und Schlämmwasser bei einer constanten Temperatur von + 28° R. sich selbst überlassen und auch nach 14 Tagen keine eingetretene Fäulniß bemerken können. Auch der kalkhaltige Niederschlag, sich selbst überlassen, gieng bei einer Temperatur von circa + 22° R. binnen 14 Tagen noch nicht in Fäulniß über, obgleich er bedeutende Mengen stickstoffhaltiger organischer Bestandtheile enthält. Der Gehalt an phosphorsaurem Kalk und