Text-Bild-Ansicht Band 182

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von 1,0715. Dieß ist = 17,3° Saccharometeranzeige. Nimmt man diese als Trockensubstanz an, so hat man nach dem Ansatze

17,3 : 10,322 = 100 : x, x = 59,66

einen Zuckerquotienten von 59,66, welcher mit Ventzke's Zahl (59,59) genügend übereinstimmt.

Darauf gieng Redner über auf eine andere Fehlerquelle, und zwar sey diese in der manchmal unterlassenen Berücksichtigung des Kalkes in den Zuckersäften gegeben. Die Verbindung des Zuckers mit Kalk wirkt nicht auf das polarisirte Licht. Der Kalk muß darum durch Alaunlösung oder durch Essigsäure neutralisirt seyn.

Schließlich machte Redner noch aufmerksam auf eine Menge Fehlerquellen, welche bei der praktischen Ausübung der Polarisation leicht entstehen können. Diese sind unter Anderem:

nicht richtiges Einstellen des Nullpunktes der Scala;

unvollkommene Uebereinstimmung des Gewichtssatzes mit dem des Mechanikers, welcher den Apparat gefertigt, und darum eine alle halbe Jahre zu wiederholende Correction der Zahl 26,048;

zu festes Anschrauben der Röhrendeckgläser;

ungleichmäßige Erwärmung des Apparates (deßhalb muß man nach jedesmaliger Polarisation die Lampe entfernen);

Wechsel in der Temperatur des zu untersuchenden Saftes beim Bestimmen des specifischen Gewichtes und bei nachheriger Polarisation;

nicht vollkommene Mischung des Bleiessigs mit der Zuckerlösung und mit dem Wasser beim Nachfüllen auf 100 Kub. Cent., dadurch nachher erfolgende Contraction, wodurch ein zu hohes Resultat entsteht.

XCI. Ueber einige Mittel zur besseren Ausnutzung des Scheideschlammes der Zuckerfabriken; von Dr. C. Stammer.

Nachstehende Untersuchungen wurden in der Absicht angestellt, zu ermitteln, welchen Nutzen es gewährt:

  • 1) den Scheideschlamm vor dem Auspressen in irgend einer Presse mit Wasser zu verdünnen;