Text-Bild-Ansicht Band 182

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des Eisenbahnwesens zu behandeln verstehen. Es soll hier nur die neue elektromagnetische Bremsvorrichtung in Bild und Beschreibung vorgeführt werden, unbeschadet, ob selbe sich wirklich in der Praxis so vollkommen bewähren wird, als von vielen Seiten gehofft wird.

Das wesentliche Princip der Anwendung der elektromagnetischen Bremsvorrichtung an den Eisenbahnwagen besteht darin, sich der bei der Umdrehung der Wagenräder sich entwickelnden Kraft zu bedienen, theils um diese zum Hemmen und Aushemmen, theils zur Hervorbringung der Warnungssignale zu benutzen.

Fig. 29 und 30 stellen die Seitenansicht und den Grundriß des elektromagnetischen Bremsapparates dar.

Die Uebertragung der bei der Umdrehung der Räder entwickelten Kraft auf den jetzt gebrauchten großen Hebel der Bremswelle ist durch eine excentrische Scheibe B bewirkt, die auf eine der Achsen befestigt ist und durch einen Hebel C auf dem Gestelle schwingt, der mittelst einer Feder H auf die excentrische Scheibe B gedrückt wird. Während der Umdrehung der Räder theilt diese Scheibe B dem Hebel C eine auf- und abgehende Bewegung mit. Der Hebel C trägt einen Sperrkegel, welcher in das Sperrrad F greift. Das Sperrrad F sitzt auf der Welle M fest. Auf der Welle M sitzt ein mit Magneten versehener Cylinder N, bestehend aus kreisförmigen und horizontalen elektrischen Bobinen.

Auf beiden Seiten des Elektromagnetes sind die gußeisernen Muffe O, O befestigt, welche durch die Scheiben 1, 1 aus weichem Eisen mit den Polen des Elektromagnetes verbunden sind.

Diese beiden Muffe dienen auch als Aufwindwalzen für die dreiendige Kette 4.

Beim Aufwinden der Kette 4 hebt sich der Hebel 2, der seinen Stützpunkt an der Querwelle 3 hat, und wirkt auf die Hemmschuhe 5.

Im normalen Zustande sind alle Theile schwebend gehalten und zwar durch die Wirkung eines am Gestelle befestigten Elektromagnetes K mit vier Polen und einer gleitenden Gelenkstange I, so daß sich die excentrische Scheibe B drehen kann, ohne den Hebel C zu berühren.

Die Hemmung.

Die elektrischen Drähte, welche auf den magnetischen Cylinder N, die Muffe O, O und den Elektromagnet K wirken, sind durch Kautschuk isolirt, und gehen nach dem Tender, wo ein Commutator angebracht ist. Will der Maschinist bremsen, so bewegt er eine kleine Handhabe des Commutators seitwärts. Durch diese Bewegung wird die elektrische Strömung unterbrochen, der Hebel C fällt sonach auf die Excenterscheibe