Text-Bild-Ansicht Band 180

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im Allgemeinen verhältnißmäßig so schwierig, daß die Methode immerhin ihren Werth hat.

Ich prüfte auch die Metagelatine auf ihr Verhalten zu dem genannten Reagens. Zu diesem Behufe stellte ich auf folgende Weise neutrale Metagelatine dar.

Gelatine wurde in einer kalten, gesättigten Lösung von Oxalsäure aufgequellt, und dann mit derselben so lange mäßig erwärmt, bis die Masse nach dem Erkalten flüssig blieb. Dann wurde sie mit gefälltem kohlensaurem Kalke geschüttelt, bis sich alle Oxalsäure abgeschieden hatte. Die so dargestellte Metagelatine wurde in einer verkorkten Flasche mehrere Monate lang in einem warmen Zimmer aufbewahrt, ohne daß sie die geringste Neigung zum Faulen zeigte. Sie war beinahe so flüssig wie Wasser, vollkommen neutral und fast ganz geschmacklos.

Mit salpetersaurem Quecksilberoxyd versetzt, nahm diese Metagelatine gleichfalls eine rothe Farbe an, und zwar eine noch auffallendere, als die gewöhnliche Gelatine. Auf den Zusatz des Reagens entstand zunächst ein flockiger, weißlich gefärbter Niederschlag, welcher sich beim Stehen ebenso, wie die überstehende Flüssigkeit, intensiv roth färbte.

 Miscellen.

Der Telegraph und die Fischerei an den norwegischen Küsten.

Aus einem vom Hrn. Director Nielsen uns mitgetheilten Circular der norwegischen Telegraphendirection vom 24. Februar 1866 entnehmen wir die folgende interessante Mittheilung über die Ausdehnung der Telegraphen auf die Fischereidistricte an der Nord- und Westküste Norwegens und über die Art und Weise, wie die Telegraphen dort zum Nutzen der Fischerei thätig sind.

Die ausgedehnteste der vom Storthing zur Ausführung genehmigten Telegraphenlinien ist die, welche von Namsos nordwärts zum Anschluß an die schon bestehende Locallinie der Lofoten-Inselgruppe und von da weiter bis zur Stadt Tromsö in der arctischen Region geführt werden soll. Die Ausführung dieser Linie wird unverzüglich begonnen, aber bei den bedeutenden Terrainschwierigkeiten und bei dem Mangel an allen Communicationswegen ist es zweifelhaft, ob die Vollendung früher als in 3 bis 4 Jahren zu erhoffen ist.

Als Leitungen werden für diese Linie Eisendrahtschnüre, aus drei galvanisirten Eisendrähten von je 3 Millimeter Durchmesser zusammengedreht, so daß ihre Gesammtleitungsfähigkeit der eines massiven Drahtes von 5 2/10 Millimeter gleich ist, in Anwendung kommen. Auf den unzugänglichsten Bergen wird dieser Leitung noch ein Stahldraht von 7/10 Millimetern Dicke als Reserveleitung zugefügt werden. Dergleichen Eisendrahtbündel sind bereits seit 18 Monaten auf der Linie zwischen Drontheim und Namsos, auf einer Ausdehnung von 211 Kilometern in Betrieb, und es ist bei denselben bisher noch kein Bruch vorgekommen, noch haben sich andere Uebelstände gezeigt. Zur Vermeidung der Löthstellen in den einzelnen Adern der Schnur hoffen wir, den Drähten sämmtlich die für eine Rolle von 60 bis 70 Kilogr. erforderliche