Text-Bild-Ansicht Band 178

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Seiten der Behörden ebenfalls besondere Beachtung gefunden, hat man sich bemüht, solche Anordnungen zur Ausführung zu bringen, welche nach jeder Richtung hin befriedigende Resultate zu gewähren versprechen und zum Theil auch geliefert haben. Diese Anordnungen bestehen im Allgemeinen darin, daß man die Excremente in geeigneten Behältern, wie gemauerte Gruben u.s.w., welche mit den Hausclosets in Verbindung stehen, sonst aber dicht verschlossen sind, ansammelt, diese Behälter zeitweise durch geeignete Vorrichtungen leert, die Latrinenstoffe in eigens dazu construirten Wägen fortschafft, und sie dann entweder im rohen oder combinirten Zustande zur Düngung der Ländereien benutzt.

Im Nachfolgenden wollen wir nun einige Einrichtungen, wie sie in Städten des Festlandes bestehen, dem Leser specieller vor Augen führen und die financiellen Verhältnisse derartiger Organisationen mit berücksichtigen.

Wir beginnen mit einigen in Deutschland gelegenen, zum Theil auch von uns besuchten Städten, woselbst die beregten Verhältnisse noch keineswegs im günstigsten Stadium sich befinden, berühren dann einige französische Städte und geben schließlich eine Uebersicht der Einrichtungen einer belgischen Stadt (Antwerpen), wo dieselben wohl am vollkommensten seyn möchten.

Leipzig mit 80,000 Einwohnern. – Die Aufsammlung der Excremente geschieht in Leipzig in zweierlei Weise, nämlich in gemauerten Gruben und in Tonnen (Kübeln). Der Grubeninhalt wird durch eiserne Kesselwagen fortgeschafft. Ein solcher Wagen trägt einen cylindrischen Kessel von 8 3/4 Fuß Länge und 3 Fuß Durchmesser, welcher mit den nöthigen Apparaten zum Ein- und Ausbringen der Excremente versehen ist. Zum Füllen des Kessels wird derselbe durch Dampf möglichst luftleer gemacht, indem man ihn von einem kleinen Dampfkessel aus mit Dampf füllt und dann sich abkühlen läßt. Durch Rohr- oder Schlauch-Verbindung der Kessel mit den Gruben wird nun der ziemlich flüssige Grubeninhalt in den Kessel getrieben. Die in den Gruben zurückbleibenden festeren Theile werden unter Desinfection in Kübeln ausgehoben und in vierräderigen Kastenwagen von 75 Kubikfuß Inhalt besonders fortgeschafft. Die ersterwähnte Operation kann, da sie geruchlos vor sich geht, zu jeder Tageszeit vorgenommen werden, die letztere dagegen nur zur Nachtzeit. – Die bereits erwähnten, zur Aufnahme und Fortschaffung der Excremente bestimmten Kübel haben die Form eines abgekürzten Kegels von 2 3/4 Fuß Höhe mit 18 und 20 Zoll Durchmesser; sie stehen beim Gebrauch mit den Fallröhren in Verbindung und sind