Text-Bild-Ansicht Band 178

Bild:
<< vorherige Seite

Man hat auch versucht, die Schienen direct auf das Füllmaterial ohne weitere Befestigungsmittel als die zur Erhaltung des Parallelismus der Stränge erforderlichen zu legen, aber die hierdurch erzielten Resultate haben nicht befriedigt. Steinblöcke würden wegen ihrer Steifigkeit und ihrer Tragfläche genügen, wenn man sie ohne Unterbrechung neben einander legte; wenn man sie aber in Zwischenräumen legt, werden die Schienen an ihren Unterstützungspunkten so abgenutzt, daß man sie nicht mehr umwenden kann. Man hat deßhalb mit Stein nur bei mäßigen Geschwindigkeiten, verhältnißmäßig schweren Schienen und leichtem Betriebsmaterial ein günstiges Resultat erzielt, aber bei Anwendung von Maschinen und Wagen, welche so schwer sind, daß sie eine Durchbiegung der Schienen bewirken können, besitzt der Stein in Folge seiner Steifigkeit Nachtheile, welche man zu beseitigen suchte. Da es aber unmöglich war, das Gewicht der Schienen dergestalt zu vergrößern, daß eine Durchbiegung derselben vermieden wurde, so hat man es vorgezogen, die Unterlagen aus einer verhältnißmäßig elastischen Substanz herzustellen, welche den Stoß abschwächt. Aus diesem Grunde ist die Anwendung des Holzes zu dem angegebenen Zwecke ganz allgemein geworden; dasselbe mag aber in Form von Lang- oder Querschwellen angewendet werden, die Schwächung des Stoßes findet immer auf Kosten des Holzes statt, welches durch das Eisen bald abgenutzt wird und daher eine begrenzte Dauer hat. Um diesem Uebelstand einigermaßen abzuhelfen, hat man an vielen Orten den doppelköpfigen Schienen die Vignole-Schienen vorgezogen, welche man mit ihrem flachen Fuße direct auf das Holz legt und mittelst Hakennägeln etc. auf dasselbe befestigt; aber der Mangel an Widerstand gegen seitlichen Druck in Verbindung mit der unvollkommenen Befestigung des Eisens auf das Holz und die Abnutzung des letzteren setzen der Anwendung dieser Schienen eine Grenze. Ferner wurden Schienen von der Form eines umgekehrten V seines Sattels) angefertigt, welche unter dem Namen Barlow-Schienen bekannt sind; diese besitzen aber folgende Nachtheile: 1) können sie in Folge ihres Gewichtes nur in kurzen Stücken hergestellt werden, daher die Anzahl der Fugen (Stöße) größer wird, was man vermeiden muß; 2) können sie von den über sie gehenden Lasten zerquetscht werden; 3) ist ihre Tragfläche auf dem Boden auf diejenige der Schiene selbst beschränkt und erstreckt sich nicht auf die Breite des Geleises; 4) werden dieselben nur von dem Füllmaterial festgehalten, in welches man sie legt, und wegen der Beschaffenheit des letzteren ist ihre Lage immer eine unsichere; 5) um eine abgenutzte Schiene auszuwechseln, muß auch die unbeschädigte Unterlage mit herausgenommen werden; 6) werden aus den angegebenen Ursachen