Text-Bild-Ansicht Band 130

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muß 80 bis 90 Procent betragen; die Ersparung an den Löhnen der Maschinisten und Heizer 4/5 und die Leute haben einen weit weniger beschwerlichen Dienst. Die Anschaffungskosten für die Maschinen würden um ein Drittel vermindert werden. Die Unterhaltungskosten sind weit geringer als bei den Dampfmaschinen, deren Kessel in wenigen Jahren unbrauchbar werden. Die der directen Einwirkung des Feuers ausgesetzten Cylinderböden leiden wenig, weil die Wärme in den Oefen stets mäßig ist. Die Triebkolben sind gegen die Wärme durch die Räume mit schlecht leitenden Substanzen, welche unter ihnen angebracht sind, geschützt; sie bleiben daher stets kalt und die Schmiere wird nicht verbrannt. Die an Bord befindlichen Personen konnten sich davon überzeugen, indem sie auf die Kolben stiegen, während die Maschine im Betriebe war, wie es auch von mehreren geschehen ist. Die Besichtigung aller Maschinentheile und das Schmieren der Kolben ist sehr leicht, weil die Cylinder ganz offen sind. Jede Möglichkeit einer Explosion fällt weg, die größten Vernachlässigungen des Heizers oder des Maschinisten können keinen andern Nachtheil verursachen, als daß sie den Gang der Maschine verzögern oder sie endlich gänzlich zum Stillstande bringen.

Capitän Ericsson hat erklärt, daß er die Idee, eine Caloric- oder Warmluft-Maschine zu erbauen, seit zwanzig Jahren verfolgt habe; daß er bereits im Jahre 1833 zu London ein erstes Modell von fünf Pferdekräften und seitdem 12 bis 13 Maschinen derselben Art erbaut habe; daß seine Ideen sogleich von einigen wenigen Männern, unter denen z.B. Faraday und Ure, günstig beurtheilt worden seyen; besonders interessirte sich Faraday lebhaft dafür und hielt in der Royal Institution eine Vorlesung darüber vor zahlreichen Zuhörern.

Einige Tage nach der ersten Probefahrt am 11. Januar, machten der Capitän Ericsson und sein Associé, der Großhändler Kitching zu New-York, dem Marine-Secretär der Vereinigten Staaten, Hrn. Kennedy das Anerbieten, auf Kosten der Regierung zwei oder mehrere Kriegsschiffe von etwa 2500 Tonnen Tragfähigkeit und mit Maschinen von dem neuen System versehen, zu erbauen. Jedes Schiff sollte zwei Maschinen haben, die ihm eine Geschwindigkeit von 10 Meilen in der Stunde ertheilen und dabei nicht mehr als 8 Tonnen Steinkohlen in 24 Stunden verbrauchen. Achtzehn Monate nach Abschluß des Contracts sollten zwei solche Schiffe abgeliefert werden. Das Marine-Departement solle hinreichende Sicherheit, daß alle Bedingungen gehörig erfüllt würden, erhalten.