Text-Bild-Ansicht Band 130

Bild:
<< vorherige Seite

Am 15. Februar 1853 verließ das Schiff der „Ericsson“, auf Veranlassung des Marine-Secretärs New-York, um nach Washington zu fahren und so nahe an die Stadt heranzugehen, als es sein Tiefgang gestattete. Ein Marine-Officier der Union, der Commandeur Joshua Sands, befand sich an Bord. Am 23. Februar richteten die HHrn. Ericsson und Sands an den Marine-Secretär nachstehendes Schreiben:

Brief des Capitän Ericsson.

Washington, den 23 Februar 1853

„Nachdem die Besitzer des Caloric-Schiffes ihre Zustimmung ertheilt hatten, daß ich dasselbe zum Regierungssitz führe, verließ es unter dem Commando des Capitän Lowber in der Frühe des letzten Mittwochs Sandy-Hook.“

„Genannter Capitän mußte in Folge schriftlicher Instructionen das Schiff einer vollständigen Probe unterwerfen, indem es sich längere Zeit im Meere aufhielt. Von Sandy-Hook aus schlug er daher die Richtung gegen Osten ein und fuhr einem starken Winde entgegen, der schnell stärker wurde und in eine starke Brise aus S. O. nach O. umschlug. Er hielt dieselbe Richtung ein, bis er etwa 80 Meilen von der Küste entfernt war. Da sich der Wind dann nach N. W. gedreht hatte, so veränderten wir unsere Richtung und steuerten, gegen die Brise, dem Lande zu, und zwar nach Norfolk. Indem wir den Chesapeake aufwärts fuhren, trafen wir einen starken Schneesturm und die Dunkelheit nöthigte uns in der Potomac-Mündung Anker zu werfen. Die Maschinen waren 73 Stunden ununterbrochen im Betriebe gewesen, und zwar mit einer Regelmäßigkeit, wie man sie nur selten bei den bestconstruirten Dampfschiffen antrifft. Die Bewegung der Räder war nämlich weit gleichartiger, was dem wirksamen Moment (powerful moment) der doppelten Kolben zugeschrieben werden muß, die ein so wesentliches Element der Caloric-Maschine sind. Ich muß bemerken, daß während das Bugspriet des Schiffes sich zuweilen unter dem Wasser befand und obgleich das unter dem Winde liegende Rad zuweilen bis an die Achse unter dem Wasser war, nicht die geringste Erschütterung statt fand und eben so wenig eine merkliche Bewegung in dem Maschinengerüst und den übertragenden Maschinentheilen, daß aus dem Schlingern keine Seitenwirkung und kein Greifen der Kolben erfolgte. Alle Ventile der Speisecylinder wirkten frei und regelmäßig, unerachtet der schiefen Stellung ihrer Sitze, welche eine nothwendige Folge der schiefen Lage des Schiffes war. Nach der Fahrt des ersten Tages war der Brennmaterialverbrauch um eine ganze Tonne in 24 Stunden geringer, als der bei meinen ersten Versuchen gefundene. Es wurden jedesmal 65 Pfd. Steinkohlen in einem jeden der acht Oefen eingeschürt, und der ganze Brennmaterialverbrauch in 24 Stunden betrug etwas weniger als 4 1/4 Tonnen. Die entsprechende mittlere Geschwindigkeit bei diesem geringen Verbrauch belief sich bei mäßigem Winde auf 7 Knoten in der Stunde.“

„Die Gründe, welche ich Ihnen bei unserer Zusammenkunft diesen Morgen mitzutheilen die Ehre hatte, haben mich bestimmt, den Druck der Maschine während der ganzen Ueberfahrt auf 8 Pfd. per Quadratzoll zu beschränken.“