Text-Bild-Ansicht Band 130

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sahen, daß Hr. Ericsson diesen letzteren Widerstand nur zu 1/2 Unze per englischen Quadratzoll Druckabnahme schätzt, und wissen nicht auf welche Versuche er diese Meinung stützt. Unseres Erachtens kann dieser Widerstand jedenfalls nur gering seyn. Die Oberfläche eines jeden Gewebes beträgt 24 engl. Quadratfuß oder 2,23 Quadratmeter. Sie haben eben so viele leere Räume als massives Metall, so daß die Summe der Oeffnungen in jedem Blatt 1,115 Quadratmet. beträgt. Da die Drähte 1/16 Zoll stark sind, so müssen die durch die Maschen gebildeten Oeffnungen Quadrate von 3/20 engl. Zoll Seite seyn, d.h. von 3,8 Millimeter oder in runder Zahl 4 Millimet., und auf 1 engl. Quadratzoll müssen 21 bis 22 Maschen vorhanden seyn. Es scheint sogar, daß die Oeffnungen noch größer sind, da eine amerikanische Zeitung, die New-York daily Times, nach Angabe des Hrn. Ericsson berichtet, daß die Anzahl der Maschen ungefähr 5 bis 6 auf den Quadratzoll ist. Dieß läßt sich aber nicht mit der andern Thatsache zusammenreimen, daß die Gewebe aus 1/16 Zoll starkem Draht bestehen und eben so viele leere als volle Theile enthalten. Indem ich mich an diese letztere Versicherung halte, nehme ich an, daß die Oeffnungen oder Maschen etwa 4 Millimet. Seitenlänge haben, und da die aneinander gelegten Metallgewebe zusammen nur 1 engl. Fuß (0,305 Meter) dick sind, so scheint es mir, daß der Regenerator dem Durchgange der Luft nur einen geringen Widerstand entgegensetzen könne. Ich glaube daher die passiven Widerstände aller Art recht hoch anzuschlagen, wenn ich annehme, daß durch sie die auf die Kolben übertragene Kraft um 50 Procent vermindert wird, wornach die auf die Radwelle wirkende Kraft etwa 175 Dampfpferde betrüge.

Der von dem Capitän Ericsson angebene und von dem Commandeur Sands bestätigte Brennmaterial-Verbrauch bestand in 65 Pfund Steinkohlen per 80 Minut. und für jeden von den acht Oefen, was für die ganze Maschine und per Stunde 390 Pfd. oder 177 Kil. ausmacht. Wenn unsere vorhergehenden Schätzungen der Wahrheit nahe kommen, so würde der Kohlenverbrauch für die theoretische Dampf-Pferdekraft 1/2 Kil. betragen, und für die der Radwelle in der Stunde mitgetheilte Dampf-Pferdekraft etwa 1 Kilogr. Dieß wäre eine Ersparung von 3/4 bis 4/5 gegen den Verbrauch der allgemein gebräuchlichen Schiffs-Dampfmaschinen mit Niederdruck.

Man kann noch folgende Vergleichung machen: Die Dampfschiffe von fast gleicher Tonnenzahl und von fast gleichen Dimensionen wie der „Ericsson“ sind meines Wissens mit Maschinen von 450 Pferdekräften versehen, die ihnen eine Geschwindigkeit von etwa 10 Knoten geben und