Text-Bild-Ansicht Band 130

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im Sommer überhaupt nicht gern Holz, am wenigsten Nutzholz schlägt, weil es dann besonders gern von Insecten gefressen wird, so hat dieß jetzt zwar keine Bedeutung mehr, indem sich wohl schwerlich der Jahn eines Insectes an Holz wagen wird, das mit einem Kupfer- oder Zinksalz getränkt ist. Allein die passendste Jahreszeit wird doch immer der Winter bleiben, nicht nur weil um diese Zeit die besten Arbeitskräfte zu Gebote stehen, sondern auch in Betreff des Imprägnirens insofern, als bei Nadelhölzern im Winter ein geringerer Harzausfluß stattfindet als im Sommer, und dieser Harzstuß mitunter störend wird. Die erste Bedingung zum Gelingen des Imprägnirens ist also, daß das Holz frisch geschlagen sey. Dabei kommt es aber wieder nicht darauf an, ob es, namentlich wenn es im Winter geschlagen worden, vier oder fünf Wochen gelegen hat, bevor es in Arbeit genommen wird, wofern es nur nicht geschält war. Und diese Bedingung erstreckt sich auf alle Arten von Holz, denn Nadelholz sowohl wie Laubholz, und unter letzterem, hartes so gut wie weiches, nimmt die zum Imprägniren bestimmte Flüssigkeit auf. –

Bevor ich indessen zu den weiteren Vorbereitungen des Holzes und den Modificationen übergehe, die sich bei meinen Versuchen in Betreff der Länge und Stärke desselben als nothwendig herausgestellt haben, will ich zuvörderst auf diejenigen Mittel aufmerksam machen, die zum Conserviren des Holzes in Anwendung gebracht werden können. Wir wissen im Allgemeinen, daß alle diejenigen Substanzen fäulnißwidrige sind, welche die stickstoffhaltigen Materien, sowohl des Thier- als Pflanzenreichs, zum Gerinnen bringen. Der Gerbstoff macht die thierische Haut zu Leder, das, gehörig durchgegerbt, nur sehr schwierig dem Proceß der Fäulniß unterliegt. Kreosot schützt das Fleisch vor dem Verderben, und ähnlich wirken andere empyreumatische Oele. In Alaun- und Vitriolwerken verfaulen die Bretter nicht, sie sind mit Alaun und Eisensalzen durchzogen. Eben so wirken Quecksilber-, Kupfer- und Zinksalze. An Mitteln für unseren Zweck fehlt es also nicht, es kommt nur darauf an, die wirksamsten und bedingungsweise wohlfeilsten aufzusuchen.

Zu den wirksamsten gehören unfehlbar die Quecksilbersalze, wir kennen sie in dieser Beziehung aus den Versuchen Kyans, dessen Methode, Gewebe aller Art vor dem Verstocken zu schützen, hierauf basirt war. Allein diese Salze sind ohne Frage zu theuer, um sie auf Holz anwenden zu können. Alaun oder Eisensalze schützen zwar, doch nur dann, wenn das Holz sehr beträchtliche Quantitäten davon enthält und gewissermaßen, wenn ich mich so ausdrücken darf, damit vollgestopft ist. Auch wissen wir, daß eine Alaun-Auflösung die Pilzbildung nicht verhindert,