Text-Bild-Ansicht Band 130

Bild:
<< vorherige Seite

und daß Eisenvitriol mit der Zeit in basisch-schwefelsaures Eisenoxyd, eine sehr indifferente Substanz, übergeht. Anders verhält sich's dagegen mit den Kupfersalzen. Wir kennen ihre conservirende Wirkung bei den Fasern der Gewebe, und nicht allein die Versuche Boucherie's, die bereits einen Zeitraum von zehn Jahren umfassen, und Hölzer aller Art, mit Kupfervitriol getränkt, bis jetzt vollständig conservirt haben, sondern auch Versuche, die auf der Berlin-Hamburger Eisenbahn mit Bahnschwellen von Fichtenholz angestellt worden sind, haben die conservirende Eigenschaft des Kupfervitriols vollständig und um so mehr bewährt, als das Imprägniren nur sehr unvollkommen bewerkstelligt worden war. Man hatte nämlich die Schwellen nur einige Tage lang, ihrer ganzen Länge nach in eine Auflösung von Kupfervitriol gelegt, so daß also nur eine äußerst dünne Schicht davon durchzogen war. Dieß war im Jahre 1841 geschehen, und im Jahre 1849 zeigte eine Untersuchung dieser Schwellen, daß sich dieselben bis dahin unversehrt erhalten hatten, während die gleichzeitig mit ihnen gelegten unpräparirten Schwellen längst ausgewechselt waren. Aehnlich sollen sich die Zinksalze, namentlich das Chlorzink, verhalten, doch sind die Erfahrungen hierüber minder alt. Was übrigens das Chlorzink anbelangt, so ist dieß ein so hygroskopisches Salz, daß es das Holz fortwährend feucht erhalten muß, was unter Umständen zweckmäßig, unter Umständen aber auch hinderlich seyn kann. Die übrigen Mittel, wie Kreosot, Holzessig, ätherische Oele, dürften nur einen bedingten Werth haben, da sie keine eigentlichen Verbindungen mit der Holzfaser und den Saftbestandtheilen eingehen, und mit der Zeit selbst zersetzbar sind.

Hiernach müssen wir uns vorläufig also mit dem Kupfervitriol begnügen, vielleicht unter Zuziehung des Zinkvitriol, welcher letztere, wenn er den Kupfervitriol ganz entbehrlich machen könnte, hinsichtlich der Wohlfeilheit den Vorzug verdienen würde. Der Kostenpunkt ist nämlich sehr wohl in Erwägung zu ziehen; denn da wir das Quantitäts-Minimum der erforderlichen Mittel noch nicht kennen, so müssen wir vorläufig lieber etwas zu tief als zu flach greifen. Außerdem erfordert das Holz, meinen Versuchen nach, sehr beträchtliche Quantitäten der gedachten Salzauflösungen zum, völligen Imprägniren, nämlich beinahe drei Viertel seines eigenen kubischen Raumes. Daß dieß nicht unerheblich ist, weiß ein jeder, der einmal den kubischen Inhalt eines Stückes Bauholz berechnet hat.

Um also nicht verschwenderisch mit dem Kupfervitriol umzugehen, schlage ich als vorläufiges Minimum vor, die zum Imprägniren bestimmte Flüssigkeit so einzurichten, daß sie mindestens 1 Procent davon enthält.