Text-Bild-Ansicht Band 130

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Hr. Lemoine ging davon aus, eine große Festigkeit und Unverrückbarkeit zu erhalten, ohne an den Schienen oder an den Stühlen etwas zu ändern; dieß ist ihm gelungen. Jetzt bringt man zwischen die Schienen und die Stühle, um jene in diesen zu befestigen, hölzerne Keile. Hr. Lemoine legt in denselben Raum, da wo zwei Schienen zusammenstoßen, eine Strebe, d.h. ein Stück Gußeisen, von etwa 12 Zoll Länge, welches eine solche Gestalt hat, daß es mit den beiden zu vereinigenden Schienen ein Ganzes bildet.

Das Ganze ist sehr fest durch einen Schließkeil verbunden, der in einen Schlitz eingeschoben wird, welcher zwischen der Strebe und dem Stuhl vorhanden ist; er wird so fest eingetrieben, daß er nur mittelst des Hammers gelöst werden kann.

Die Vortheile dieser Vorrichtung sind einleuchtend; nicht an einem einzigen Punkt, sondern auf eine Länge von einem Fuß sind beide Schienen so miteinander verbunden, daß sie nur eine einzige bilden. Es ist unmöglich daß die eine ohne die andere ihren Kopf hebt. Das Gewicht der Locomotive, der zu überwindende Widerstand, belastet nicht einen schwachen Punkt, sondern der Wechsel zweier Schienen ist eben so fest, als irgend ein anderer. Daraus folgt nicht allein eine bedeutende Verminderung der Stöße, nicht bloß eine unerwartete Gleichförmigkeit in der Bewegung, sondern auch eine wesentliche Ersparung an Unterhaltungskosten der Bahn und besonders des rollenden Materials.

Die Ausgaben für die neue Einrichtung sind gering. Jede Strebe von Gußeisen, 16 bis 17 Pfund schwer, kostet etwa 11 Sgr.; ein schmiedeiserner Schließkeil etwa 2 Sgr., d.h. in Summa auf eine Meile, wenn man die Patentabgaben unberücksichtigt läßt, etwa 420 Thlr. (628 Franken per Kilometer).

Man kann die Vorrichtung auch modificiren, ohne von dem Systeme selbst abzugehen; man kann die Strebe von Schmiedeisen machen, man kann gußeiserne Platten mit zwei Stühlen nehmen, um Brüche zu ersetzen. Jetzt wollen wir aber bei dem einfachsten und allgemeinsten Fall stehen bleiben.

Wenn man nun neben diese im Verhältniß geringe Ausgabe, die Ersparung an Arbeitslohn für die Unterhaltung der Bahn, die Ersparung bei dem rollenden Material, bei der Triebkraft, stellt, so wird man finden, daß man größere Verbesserungen für geringere Kosten nicht zu erreichen vermag. – Besonders bedeutend wird aber die Ersparung noch dadurch, daß man Brüche vermeidet.