Text-Bild-Ansicht Band 130

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die erstere Ursache einer Gefahr bei gut eingerichteten Oefen gar nicht existirt, und daß die zweite mit vollkommener Sicherheit vermieden werden kann. Es ist zu dem Ende hinreichend, dem Ofen mittelst einer engen Strecke, die von den schlagende Wetter führenden Theilen der Grube durch starke Dämme und Thüren abgesondert worden ist, einen besondern Strom frischer Wetter zuzuführen; ferner die Esse hoch genug in dem Schacht, aus welchem die Wetter ziehen, in die Höhe zu führen, und endlich die Oefen so einzurichten, daß man als Verbrennungs-Product nicht Kohlenoxyd, sondern Kohlensäure erhält. Es darf angenommen werden, daß man unter diesen Verhältnissen mit den Oefen eine eben so große Sicherheit erlangt als mit Maschinen, welche nebst ihren Motoren mancherlei Brüchen und sonstigen Störungen unterworfen sind, wodurch Betriebsstörungen veranlaßt werden und in manchen Fällen das Leben der sämmtlichen Belegschaft einer Grube aufs Spiel gesetzt wird.

Die Wetteröfen haben aber eine beschränkte Wirksamkeit. Wenn man in der Praxis Temperaturen von 40, 50, höchstens 60° C. erreicht, so gewinnt man weiter nichts, wenn man stärker feuert, und erlangt selbst bei Aufopferung bedeutender Brennmaterialmengen kein besseres Resultat. Wenn daher, wegen geringer Tiefe der Schächte, oder wegen Feuchtigkeit ihrer Wände, oder wegen der Krümmungen und des geringen Querschnitts der Strecken, die Wirkung des Ofens für eine lebhafte Wetterführung unzureichend ist, so muß man Maschinen anwenden, deren Wirkung keine Gränze hat, ungeachtet sie den doppelten Nachtheil haben, daß sie Raum im Schacht beanspruchen und leicht Betriebsstörungen veranlassen.

Die Wettermaschinen werden hauptsächlich in Belgien angewendet und haben daselbst seit einer Reihe von Jahren sehr verschiedenartige Einrichtungen erhalten. Es haben sich damit in verschiedenen Bänden der Annales des Travaux publics de Belgique mehrere belgische Bergwerks-Ingenieure beschäftigt, wie die HHrn. Trasenster, Glépin und Jochams. Man findet sie auch sämmtlich beschrieben und abgebildet im zweiten Bande (S. 17) des trefflichen Traité de l'exploitation des mines de houille (1853), welchen der belgische Bergingenieur Ponson zu Lüttich in 4 Bänden mit einem Atlas von 80 Tafeln herausgibt.

Die bis jetzt angewendeten Maschinen zerfallen in zwei Classen: einerseits in Apparate, wie die Ventilatoren mit Centrifugalkraft, mit geraden oder gekrümmten Flügeln, die Windschrauben, und im Allgemeinen diejenigen, worin die Luft eine bestimmte relative Bewegung auf Flächen annimmt, die eine drehende Bewegung um einen festen Punkt haben. Die zweite Classe besteht in saugenden Kolben- oder Glocken-Maschinen.