Text-Bild-Ansicht Band 130

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bedeutend ist und der Luft keine merkliche lebendige Kraft unnütz mitgetheilt wird.

Wenn man nicht dahin gelangt (was jedoch nicht unmöglich ist), diese Verluste durch eine sorgfältigere Construction und Adjustirung zu vermindern, so scheint dieser Umstand die Windräder ungeeignet zur Ersetzung der Kolbenmaschinen in allen denjenigen Fällen zu machen, wo ein bedeutender Unterschied des Drucks hervorgebracht werden muß, wie z.B. bei einem Hohofengebläse.

Bei der Wetterhaltung der Gruben ist hingegen ein Unterschied des Luftdrucks von 10 Centimet. Wassersäule im Allgemeinen mehr als hinreichend, und die Räder sind alsdann vollkommen anwendbar. Sie sind einfacher, benutzen die Triebkraft besser und sind minder theuer in der Anlage als alle Kolbenmaschinen, daher sie letztere in allen Gruben, deren Wetterführung eine ziemliche Druckverminderung erfordert, vollständig ersetzen können.

Was nun die eigentlichen Ventilatoren betrifft, welche noch einfacher und vielleicht noch wohlfeiler in der Anlage als die Windräder sind, so dürften sie auch in der Folge noch zur Wetterführung in Gruben angewandt werden, in denen eine sehr geringe Luftverdünnung (von höchstens 20 Millimet.) einen hinreichenden Wetterwechsel veranlaßt.

Wenn auch nicht alle Ventilatoren die Eigenschaft der Windräder haben, durch bloße Umkehrung der Bewegung nach Belieben saugen oder blasen zu können, so haben sie dagegen den wichtigen und nicht zu verkennenden Vortheil, daß sie bei einer Betriebsunterbrechung nicht wie die Windräder die Schachtöffnung gänzlich verschließen, und daß der Wetterzug, obgleich schwächer, während des Stillstandes der Maschine seinen Fortgang hat.

Wegen dieses Umstandes dürfte es vortheilhaft seyn, neben den Windrädern eine andere, während des Betriebs der Maschine verschlossene Oeffnung anzubringen, welche beim Stillstande der Maschine entweder von dem Maschinenwärter oder von selbst mittelst des von dem Ingenieur Devaux vorgeschlagenen hydraulischen Verschlusses (obturateur hydraulique) geöffnet würde.

Der Verschluß, von dem hier die Rede, ist eine in mehreren Gewerben wohl bekannte Vorrichtung; allein bei der Wetterführung der Gruben wurde er unseres Wissens zuerst von Hrn. Devaux, ehemaligem Oberingenieur in der Provinz Lüttich und jetzigem General-Bergwerks-Director zu Brüssel, angewendet. Er besteht im Wesentlichen in einer leichten blechernen Glocke, welche die Schachtöffnung neben der Wettermaschine bedeckt. Der Rand der Glocke tritt in eine kranzförmige Vertiefung,