Text-Bild-Ansicht Band 130

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In folgender Tabelle sind die Resultate dieser Versuche zusammengestellt:

Achtzehnte Versuchsreihe, 25ster Juli bis zum 3ten und 29sten August.

Kuhharn, Temperatur + 16 bis 21,6° R.
Stickstoff
per 100
Kub. Cent.
Verlust
per 100
Stickstoff.
1) 100 Kub. Cent. Harn im normalen Zustand 1,707
2) 100 desselben Harns + 100 Gram. Holzkohle 0,921 46
3) 100 + 100 Gram. Torfkohle 1,132 *) 33,65
4) 100 + 100 Gr. Knochenkohle 1,168 *) 31,57
5) 100 + 100 Gram. Torfkohle
+ 5 Gr. Eisenvitriol 1,706 *)

*) Nach Abzug des vorher bestimmten Stickstoffs der Kohle; die Brutto-Zahlen dieser drei Analysen waren: 3) 1,136; 4) 1,298 und 5) 1,754.

Die Gemenge 2), 3) und 4) blieben bis zum 3. August an der Luft, wurden alsdann im Wasserbad abgedampft und hierauf analysirt; das Gemenge 5) blieb bis zum 29. August an der Luft, bevor es abgedampft und analysirt wurde.

Aus diesen Resultaten geht hervor, daß die Kohlen sich dem Stickstoffverlust widersetzen, ohne jedoch so wirksam zu seyn wie der Thon oder der (gelöschte) Kalk, wenn man diese unter den günstigsten Umständen anwendet; daß in dieser Hinsicht die Holzkohle minder wirksam ist als die Torfkohle, und diese wieder minder als die Knochenkohle (Thierkohle); daß endlich die mit 5 Proc. Eisenvitriol vermengte Torfkohle den Harn während 35tägiger Berührung mit der Luft, sowie während des hernach im Wasserbad vorgenommenen Abdampfens zur Trockne, gegen jede Veränderung geschützt hat.

Einfluß des Eisenvitriols oder Gypses, für sich allein oder mit Torfkohle vermengt. – Ich wollte die Wirkung dieser beiden schwefelsauren Salze auf den Harn kennen lernen, welcher zuvörderst zwei Tage lang den freiwilligen Reactionen überlassen wurde, und dann den Stickstoffverlust mit demjenigen vergleichen, welchen bei demselben noch ganz frischen Harn das bloße Austrocknen im Wasserbad verursachte.60)

60)

Den Eisenvitriol wendet man in der Schweiz seit langer Zeit an; man setzt ihn dem Stallmist zu, um dem Ammoniak-Verlust Einhalt zu thun. Hr.