Text-Bild-Ansicht Band 130

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vorläufige Arbeit beendigt ist, bringt man den Gasentwickelungsapparat mit den Flaschen in Verbindung; man treibt jeden Pfropf in seinen Hals, wobei die winkelrecht gebogenen Glasröhren nicht selten brechen, weil die Flaschenhälse nicht parallel sind, so daß ein Theil der Arbeit neuerdings ausgeführt werden muß. – Man kann die Flaschen mit drei Hälsen durch solche mit einer einzigen Oeffnung ersetzen, wenn diese weit genug ist zur Aufnahme eines Pfropfs, welcher mit drei ganz cylindrischen und stets mit einander parallelen Löchern versehen ist. – Später ersetzte man die Korkpfropfe durch Kegel von Kautschuk, und in diesem Falle mußte man 18 solche Kegel anfertigen und mit Schnüren 36 Verbände machen. – Endlich zog man es vor, die Korkpfropfe beizubehalten, den horizontalen Schenkel jeder Verbindungsröhre in zwei Theile zu zerschneiden und die zwei Enden durch eine eingeschaltete Kautschukröhre zu vereinigen, wobei außer den 18 Pfropfen 5 Kautschukröhren und 10 Verbände erforderlich sind. Mittelst dieser sehr biegsamen gegliederten Röhren kann man allerdings den Woolf'schen Apparat stets ohne Unfall zusammensetzen.

Ich glaube mich nicht weit von der Wahrheit zu entfernen, wenn ich behaupte, daß man zum Herstellen eines solchen Apparates wenigstens eine Stunde Zeit braucht; daß die Auslagen für Pfropfe und Zugehör sich auf 3 Franken belaufen, wenn man nur Korke für 15 Centimes das Stück verwendet und die Anwendung eines fetten Kitts ersparen will. Dazu kommt noch, daß Korke welche mit Salzsäure, Bromwasserstoff-, Jodwasserstoffsäure, schwefliger Säure, Salpetersäure, Chlor, Brom, Jod etc. imprägnirt wurden, nur dann zu denselben Operationen wieder verwendet werden können, wenn sie nicht zu sehr angegriffen wurden.

Dieß sind in der Hauptsache die Vortheile und Nachtheile des Woolf'schen Apparats.

Ich will nun die neuen Gefäße beschreiben, welche Hr. Letoret, Bergwerks-Ingenieur und Professor der Chemie an der Centralschule zu Brüssel, anstatt der Woolf'schen Flaschen anzuwenden vorschlägt.

Jeder Apparat, welcher einer Woolf'schen Flasche entspricht, besteht aus drei Stücken von Glas: einem ersten cylindrischen Gefäß, außerhalb der zwei anderen, welches an seinem Umfang drei Ausbauchungen mit Ruthen (kranzförmigen Vertiefungen) senkrecht auf seine Basis hat; einem zweiten Gefäß, welches sich in der Mitte befindet und an seinem Umfang ebenfalls drei senkrechte Nuthen hat, die aber eingezogen und den vorhergehenden gegenüber angebracht sind; endlich einem dritten, dazwischen befindlichen Gefäß, welches man über das zweite stürzt, damit es ihm als Glocke oder hydraulischer Verschluß dient.