Text-Bild-Ansicht Band 130

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In das äußere Gefäß bringt man die Flüssigkeit, welche man anwendet um jede Verbindung zwischen der äußern Luft und der Atmosphäre des in der Mitte befindlichen Gefäßes abzusperren (Chlorcalciumlösung, Quecksilber etc.); in das mittlere Gefäß gibt man die Flüssigkeit welche das Gas auflösen muß.

Diese Apparate oder dreifachen Gefäße verbindet man mit einander durch die gewöhnlichen zweimal winkelrecht gebogenen Glasröhren, deren verticale Schenkel aber auf eine sinnreiche Weise abgeändert sind. Während nämlich das Ende des einen dieser Schenkel parallel wieder aufsteigt, in den zwischen den entgegengesetzten Nuthen befindlichen Raum taucht, und das Gas am obern Theil des centralen Gefäßes zur Linken aufnimmt, ist der andere Schenkel zweimal parallel umgebogen, steht in dem von den Nuthen eingeschlossenen Raum des folgenden Apparats, taucht aber überdieß in die Flüssigkeit seines centralen Gefäßes.

Der dritte zwischen Nuthen befindliche Raum ist für die Sicherheitsröhre bestimmt, und kann auch benutzt werden um ein solches Gefäß mit einem andern Apparat zu verbinden.

Ein aus sechs Letoret'schen Flaschen bestehender Apparat erfordert daher weder Korke, noch Kautschukröhren, noch Schnüre für Verbände; drei Minuten reichen hin, um ihn aufzustellen und in Gang zu setzen; man erspart folglich im Vergleich mit dem Woolf'schen Apparat nicht unbedeutende Kosten und Zeit.

Die Flüssigkeit welche als hydraulischer Verschluß dient, kann nach den Umständen eine verschiedene seyn. Anstatt bloßen Wassers dürfte eine neutrale und concentrirte Auflösung von Chlorcalcium oder von schwefelsaurer Bittererde stets vorzuziehen seyn für das Wasserstoffgas, Kohlenoxydgas und kohlensaure Gas, für das Stickoxydul- und Stickoxydgas, für das ölbildende und Sumpfgas; dagegen wird man eine Quecksilberschicht wählen müssen für die sehr löslichen, farblosen, rauchenden oder riechenden Gase, wie die Chlorwasserstoff-, Bromwasserstoff- und Schwefelwasserstoffsäure, das kieselflußsaure, schwefligsaure und Ammoniakgas, das Cyan etc.

Eine Schwierigkeit zeigt sich jedoch hinsichtlich der auflöslichen und schädlichen gefärbten Gase, wie Chlor, chlorige und unterchlorige Säure, wegen ihrer Auflöslichkeit in Wasser. Offenbar würden die erwähnten Salzlösungen im äußern Gefäß eine kleine Menge dieser Gase auflösen und sie folglich in der Umgebung des Apparats verbreiten. In diesem Fall muß man daher jene Flüssigkeiten durch eine schwache Auflösung von Aetzkali oder Aetznatron ersetzen.