Text-Bild-Ansicht Band 130

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3. Versuch.

2,07 geglühte Kieselerde (aus Kieselerdehydrat dargestellt) wurden mit 43 Kubikcentimeter Zuckerlösung übergossen; das Filtrat wie bei Versuch Nro. 1 behandelt, hinterließ 0,008 Asche; demnach kann auch hier von keiner Lösung der Kieselerde die Rede seyn.

4. Versuch.

1,646 Quarz wurden in bekannter Weise in die unlösliche Modification von Kieselerdehydrat umgewandelt und in diesem Zustande mit 49 Kubikcentimeter Zuckerlösung übergossen u.s.w. Das Filtrat gab 0,008 Asche, und das auf dem Filter zurückgebliebene Kieselerdehydrat lieferte nach dem Glühen 1,647 Kieselerde. Zuckerwasser blieb also auch in diesem Falle ohne Wirkung.

CIV. Ueber das Schwarzbeizen des Hornes, namentlich der Kämme; von Professor Dr. Rudolph Wagner in Nürnberg.

Es ist bekanntlich bei den Kammmachern gebräuchlich, die helleren oder gefleckten Kämme schwarz zu färben und sie dadurch den Kämmen aus Büffelhorn ähnlich zu machen.

Man wendete bisher zu diesem Zwecke die sogenannte „Kalkbeize“ an, worunter man einen feuchten Brei aus Mennige, gelöschtem Kalk und Wasser versteht. Die zu beizenden Kämme werden in diesen Brei gelegt, so daß sie vollkommen damit bedeckt sind; nach 12 bis 24stündigem Verweilen werden die Kämme aus dem Brei entfernt, mit Wasser, zu dem man häufig etwas Essig setzt, abgewaschen, getrocknet und zuletzt polirt. Die Kämme nehmen durch diese Behandlung eine schöne schwarze Farbe an.

Die Theorie der Methode ist einfach. Das Horn ist eine schwefelhaltige Substanz, welche den Schwefel gewissermaßen in latenter Form enthält. Durch die Einwirkung des Kalkhydrates und des Wassers auf die Hornsubstanz wird der Schwefel activ und es bildet sich Schwefelcalcium, das sich in Wasser löst und als Calciumsulfhydrat die oberen Schichten des Hornes tränkt. Durch die Einwirkung der Mennige (Bleisuperoxyd), welche wie es scheint als Bleioxyd-Kalk (PbO, CaO + n Aq.) wirksam ist, bildet sich durch doppelte Zersetzung mit dem Calciumsulfhydrat