Text-Bild-Ansicht Band 130

Bild:
<< vorherige Seite

ist zu bemerken, daß diese Schwarzbeize, obgleich außerordentlich fest und haltbar, doch nicht sehr tief geht, weßhalb vorsichtig polirt werden muß.

Da mir zahlreiche Versuche gelehrt haben, daß eine außerordentlich geringe Quantität der Quecksilberlösung genügt um das Horn roth zu färben, so ist die von mir vorgeschlagene Methode auch bezüglich des Kostenpunktes anderen vorzuziehen.

CV. Ueber das Läutern des Rüböles; von Professor Rudolph Wagner.

Es ist bekannt, daß das Chlorzink sowohl in trockner Gestalt, als auch in höchst concentrirter Lösung sich in vielen Fällen der Schwefelsäure ähnlich verhält und organische Substanzen mehr oder minder verändert. Ich habe durch Versuche gefunden, daß das Chlorzink in der Chemie häufig in allen Fällen angewendet werden kann, in denen man jetzt höchst concentrirte Schwefelsäure oder wasserfreie Phosphorsäure benutzt, um hauptsächlich wasserentziehend zu wirken.65)

Auch bei dem Läutern des Rüböls scheint die Schwefelsäure vortheilhaft durch eine Lösung von Chlorzink ersetzt werden zu können, da das Chlorzink die schleimigen Theile in dem rohen Oele auflöst und mit der Zeit verkohlt, das Oel selbst aber nicht angreift, wofern man das rechte Verhältniß zwischen Oel und der Zinklösung beobachtet.

Bei meinen Versuchen, die ich jedoch nur im kleinen Maaßstabe anstellen konnte, schüttelte ich rohes Rüböl mit 1 1/2 Procent einer syrupdicken Chlorzinklösung von 1,85 spec. Gewicht anhaltend zusammen. Das

65)

So fand ich unter anderen daß eine concentrirte Lösung von Chlorzink sich wegen der gänzlichen Abwesenheit aller Nebenproducte besser zur Umwandlung des Weingeistes in ölbildendes Gas als die rauchende Schwefelsäure eignet, daß trocknes Chlorzink bei der Darstellung der Nitrile vollkommen die wasserfreie Phosphorsäure zu ersetzen im Stande ist (ameisensaures Ammoniak gibt mit trocknem Chlorzink gemischt und destillirt, fast reine Blausäure). Wo dagegen die Schwefelsäure durch Bildung gepaarter Substanzen wirksam ist, wie z.B. bei dem Auflösen des Indig, oder wo sie zur Zersetzung von Salzen dient, wie z.B. bei der Ausscheidung der Stearinsäure aus dem Kalksalze, kann sie natürlich nie durch Chlorzink ersetzt werden. W.