Text-Bild-Ansicht Band 225

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weite und mit Gittern versehene Oeffnungen ausgebrochen. Nun wurde Holz als Brennmaterial in dem Raume bis zur Höhe der Decke aufgeschichtet und um 10 Uhr angezündet. Nach I Stunde schon bog und verdrehte sich der Eisenbalken und stürzte ins Feuer. Um 12 Uhr 30 Minuten zwängte sich das Feuer durch einen Riß in den Dielen des unbekleideten Theiles hindurch und wurde durch Aufstreuen von Erde am Weitergreifen verhindert. Gegen 1 Uhr entwichen der Decke in der Ausdehnung des bekleideten Theiles Spuren von Rauch, was der mangelhaften Abschließung einzelner Fugen zugeschrieben wurde; dabei fing auch die dem unbekleideten Theile zunächst stehende Mauer, sowie auch dieser Theil der Decke selbst an nachzugeben, um 1 Stunde später einzustürzen. Nun bemächtigte sich das Feuer rasch des Holzwerkes, eine Diele nach der andern aufzehrend, und es wurde, um noch einen Theil der Decke zur Vornahme einer Belastungsprobe zu erhalten, an das Löschen geschritten. So blieb in einer Ausdehnung von 2m die Decke vor gänzlicher Zerstörung verschont – hauptsächlich dort, wo Nägel die Stuccatur hielten. Obwohl der untere Theil der Decke bis zu einer Tiefe von 100mm verkohlt war, so hielt sie dennoch bis zum Zusammenbrechen eine allmälig bis auf etwa 3t,5 gesteigerte Belastung von Granitsteinen aus. Das frühzeitige Nachgeben einer der Mauern war wohl zum großen Theile dem Umstande zuzuschreiben, daß sie überhaupt erst frisch aufgeführt waren. Die Decke selbst war schwächerer Construction als jene, die bei öffentlichen Gebäuden und Magazinen in Anwendung kommen und welche durchgehends 280mm hoch gehalten werden.

Der elektroharmonische Telegraph von Elisha Gray.

Mit Abbildungen aus Taf. I [d/4].

Der für E. Gray patentirte elektroharmonische Telegraph, für welchen die „Western Electric Manufacturing Company of Chicago“ auf der Centennialausstellung in Philadelphia eine Auszeichnung erhielt, verwerthet die Fortpflanzung musikalischer Töne durch die Elektricität für die Telegraphie.

Schon 1837 entdeckte Page, daß die Magnetisirung oder Entmagnetisirung des weichen Eisens von Tönen begleitet war. Um dieselbe Zeit fand Prof. Henry, daß die akustischen Wirkungen des galvanischen Stromes auf einen Elektromagnet von der Ausdehnung und Zusammenziehung