Text-Bild-Ansicht Band 225

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veranlaßt, daß das essigsaure Natron immer alkalisch sei, oder es durch Brom wurde. Er verwendet deshalb nur essigsaures Ammoniak zur Fällung. Ich glaube, es hätte sich der Mühe verlohnt, zu versuchen, ob die altbewährte Fällung mit Chlor, wo man durchweg in der Wärme arbeitet und die Lösung sauer bleibt, mit denselben Fehlern behaftet ist. Ich möchte es nicht annehmen, wenigstens für Zink nicht aus dem angegebenen Grunde, und was Baryt betrifft, so ist mit Chlor gefälltes Mangan jedenfalls frei davon.

Ebenso gut wie Baryt wird wohl auch Kalk mitgehen, und um so mehr, je länger die ammoniakalische Flüssigkeit mit der Luft in Berührung bleibt. Wie sich H₂O₂ gegenüber den berührten Schwierigkeiten, das Mangan aus solchen Erzen rein zu fällen, verhalten wird, möchte ich einer spätern Untersuchung vorbehalten.

Schließlich möchte ich mich noch gegen die Nothwendigkeit der doppelten Fällung des Eisens, die vielfach und neuerdings wieder von Stöckmann (vgl. S. 108 d. Bd.) als unerläßlich erklärt wird, aussprechen. Die von Stöckmann angeführten Zahlen sind ohne Zweifel richtig für seine Art der Fällung, aber die Mengen von Mangan im zweiten Filtrat sind so verschieden, daß unmöglich daraus die Nothwendigkeit der zweiten Fällung überhaupt abgeleitet werden kann. Der Mangangehalt in den untersuchten Spiegeleisenproben schwankt nur von 9 bis 11 Proc. (in einem Fall 14 Proc.), die im zweiten Filtrat gefundenen Mengen Mangan aber von 0,25 bis 1,04 Proc. Wäre immer in derselben Weise operirt worden, so hätte unter der Voraussetzung, daß mit gleichen Mengen Substanz gearbeitet wurde, das beim Eisen gebliebene Mangan zu dem überhaupt vorhandenen wenigstens in einem annähernd gleichen Verhältniß stehen müssen. Ich selbst habe häufig den ersten Niederschlag von basisch essigsaurem Eisenoxyd durch nochmalige Fällung auf Mangan geprüft und habe im zweiten Filtrat kaum Spuren davon entdecken können. Es ist nicht einzusehen, warum bei gleicher Neutralisation und Concentration, gleichem Volum, sowie annähernd gleicher Fällungstemperatur und Menge des Fällungsmittels nicht auch annähernd gleiche Resultate erzielt werden sollten. Es hängt eben davon ab, wie man fällt. Ich neutralisire unter Erwärmen, bis die Flüssigkeit eben anfängt, sich zu trüben, erhitze bis beinahe zum Sieden, wobei kein Niederschlag entstehen darf, und setze ein zum Kochen erhitztes abgemessenes Volum einer 25proc. Lösung von krystallisirtem essigsaurem Natron etwa im Verhältniß von 10 Th. zu 1 Th. Eisen zu und erhitze noch zum Sieden, worauf sich der Niederschlag sofort schön absetzt.

Ruhrort, im Mai 1877.