Text-Bild-Ansicht Band 225

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besserer Leiter und dadurch befähigt, in einer Zeiteinheit weit mehr Elektricität zu liefern. Durch Zufügung eines die Theilchen verbindenden Kittes aber erhält man einen entpolarisirenden Pol von erwünschter Form, welcher eine massive, homogene, gegen Stöße widerstandsfähige und wirklich metallisch leitende Masse bildet. Die besten Erfolge gibt, wie in diesem Journal, 1877 224 341 schon gemeldet ist, ein Gemisch von 40 Proc. Braunstein, 55 Proc. Retortenkohle und 5 Proc. Schellack, welches nach inniger Mischung in Stahlformen gebracht und bei 100° einem Drucke von 300at ausgesetzt wird; dann bringt man es in eine hydraulische Presse. Als Pol dient dabei einfach ein kleines, in die Masse eingesetztes Kohlenstück. Ein Zusatz von 3 bis 4 Proc. doppelschwefelsaurem Kali zu dem Gemisch vermindert den Widerstand wesentlich durch Lösung der sich mit der Zeit abscheidenden, das Leitungsvermögen der Masse vermindernden Oxychlorüre. Ein einziges Element vermag dann einen kleinen Platindraht zum Glühen zu bringen. Die elektromotorische Kraft der neuen Batterie ist etwa 1,5 von der einer Daniell'schen. (Revue industrielle, Juli 1876 S. 289.)

Warren de la Rue hat seiner seit etwa 8 Jahren erfundenen und besonders für hohe Spannungen vervollkommneten Silberchlorürbatterie jetzt folgende Anordnung gegeben: das äußere Glas ist 130mm lang und 30mm weit die lösliche Elektrode bildet ein nichtamalgamirter Zinkstab, am besten aus Zink der Vieille Montagne; in ein Loch am obern Ende des Stabes kommt ein kleiner Silberstreifen als positiver Pol und wird in dem Loche durch einen Messingstöpfel befestigt. Die andere Elektrode bildet ein Silberstreifen, um welchen ein Cylinder von Chlorsilber gegossen ist. Der Silberchlorürcylinder kommt (zur Verhütung zufälliger Berührung der beiden Elektroden) in eine Hülle aus Pergamentpapier und in dieser sind oben zwei Löcher über einander, durch welche der Silberstreifen gezogen wird. Die zur Füllung benutzte Salmiaklösung stellt man am besten aus 23g Ammoniakchlorhydrat auf 1l destillirten Wassers her. Das äußere Glas wird durch einen Paraffinstöpsel geschlossen, durch welchen der Zinkstab und der Silberstreifen hindurchgehen; in dem Stöpsel ist ein Loch zum Eingießen der Flüssigkeit und dieser wird dann durch einen andern Paraffinstöpsel verschlossen. Das Paraffin ist ein sehr guter Isolator, absolut antihygroskopisch; es schmilzt leicht, so daß man mittels eines erwärmten Eisendrahtes einen hermetischen Schluß herstellen kann.

Das Zink löst sich und ersetzt das Silber im Chlorür; das Silber lagert sich anfangs an der Oberfläche als poröse Masse ab, nach und nach durch die ganze Masse des Silberchlorürs; bei offenem Stromkreis