Text-Bild-Ansicht Band 225

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Walzenstraße ankuppeln läßt. Die Maschine ist nicht umsteuerbar; man hat dies für unnöthig gehalten, weil sich durch den Dampfbetrieb der Schneckenwelle der Druck auf die Luppe plötzlich aufheben läßt, wenn die Oberwalze gehoben wird.

Ueber die Ausscheidung von Kohlenstoff, Silicium, Schwefel und Phosphor im Frischfeuer im Puddelofen und im Bessemerconverter; von J. L. Bell.1)

Kohlenstoff, Silicium, Schwefel und Phosphor sind in geringerer oder größerer Quantität die steten Begleiter der in den Handel kommenden Eisen- und Stahlwaaren. Das hohe Interesse, welches die großen Eisenconsumenten unserer Zeit an dem Einfluß dieser Substanzen auf die Qualität des Fabrikates nehmen, macht es dem Eisenproducenten zur Pflicht, seine materielle und intellectuelle Kraft einzusetzen zur baldigen Erreichung des Zeitpunktes, wo wir seine Producte nicht allein dem Namen nach unterscheiden, sondern auch mit bestimmten chemischen Formeln belegen können. Denn er ist es allein, dem die Mittel zu Gebote stehen, zu diesem Ziele zu gelangen.

Die An- oder Abwesenheit der genannten vier Stoffe gibt dem Eisen ganz specifische Eigenschaften. Ihr Verhalten zu dem Eisen und ihr wechselseitiger Einfluß während der Verarbeitung des Roheisens zu Fertigfabrikat ist bisher nur in sehr ungenügendem Maße Gegenstand der Forschung gewesen. Wenn auch im großen Ganzen die Vorgänge beim Frischen, Puddeln und Bessemern nur Modificationen ein und desselben Processes sind, so bedingen doch sie so specifisch die Natur des erzeugten Productes, daß diese verschiedenen Arbeitsmethoden auch eine gesonderte Untersuchung verlangen.

Die vorzunehmenden Betrachtungen machen es wünschenswerth, zunächst in Kürze die wesentlichsten chemischen Vorgänge bei der Herstellung des Roheisens im Hohofen zu erörtern. Bei der Fabrikation des ordinären Roheisens ist die Anwesenheit der folgenden fünf Substanzen im Hohofen unbedingt erforderlich: Kalk, Thonerde und Kieselsäure als Schlackenbilder; Kohle, von der ein verhältnißmäßig nur sehr kleiner Theil sich mit dem Eisen verbindet, während der Rest in gasförmigen Verbindungen entweicht, und schließlich das Eisen selbst. Außer diesen

1)

Nach einem in der Jahresversammlung des Iron and Steel Institute gehaltenen Vortrag (Iron, März 1877 S. 390 ff.)