Text-Bild-Ansicht Band 225

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Löcher um 5mm enger gelocht und dann auf das richtige Maß der Laschenbolzen ausgebohrt, da sich der deteriorirende Einfluß nur auf eine enge Zone erstreckt. Die zum Durchstoßen erforderliche Kraft variirt genau mit der Zugfestigkeit des Materials, welche mit 49 bis 52k auf 1qmm als die empfehlenswertheste angegeben wird; für eine große, in Barrow ausgeführte Schienenlieferung nach Canada war ein Widerstand gegen das Lochen von 2500k pro 1mm Stärke für 22mm-Löcher als Lieferungsbedingung festgestellt worden.

Van Haagen's combinirte Vertical- und Horizontalbohrmaschine.

Aus der Weltausstellung in Philadelphia 1876 hatte Van Haagen eine wohl nur principiell interessante freistehende Bohrmaschine ausgestellt, welche sowohl zum Bohren in verticaler, als auch in horizontaler Richtung verwendet werden konnte und in der Revue industrielle, October 1876 S. 399 abgebildet ist. Die auf gehobelter, mit Aufspannschlitzen versehener Grundplatte montirte Verticalbohrmaschine besitzt am runden Ständerfuße einen wegdrehbaren, der Höhe nach verstellbaren Aufspanntisch. Die verticale Bohrspindel steht durch ein Paar Schrägräder mit einer horizontalen Bohrspindel in Verbindung, die in einem Gehäuse gelagert ist, an welchem sich auch die Steuerungsvorrichtung für dieselbe befindet. Dieses Gehäuse ruht auf einem Untersatze, welcher auf der Grundplatte befestigt ist, und kann auf diesem fast im vollen Kreise um die Achse der verticalen Bohrspindel gedreht werden. Der Untersatz sammt dem Gehäuse mit der horizontalen Bohrspindel kann entfernt werden, wenn vertical gebohrt werden soll. Mit Hilfe dieser Maschine können daher sowohl verticale als horizontale Löcher in das auf den wegdrehbaren Aufspanntisch gespannte Arbeitsstück gebohrt werden, letztere auch nach allen beliebigen Richtungen, ohne daß das Arbeitsstück umgespannt werden muß, und soll sich die Maschine besonders für Reparaturwerkstätten eignen.

Ueber Steinsägen mit Diamantspitzen und deren Ersatz.

Ueber die mit Diamantspitzen besetzten Steinsägen, welche auf der Weltausstellung in Philadelphia zu sehen waren, bringt Engineering, April 1877 S. 281 einen Bericht, welcher ein abfälliges Urtheil über den Werth der mit Diamantspitzen besetzten Steinsägen enthält. Hiernach werden in diesen Sägen (Kreissägen oder verticale oder horizontale Gattersägen) schwarze Diamanten als Zähne oder schneidende Punkte angewendet, welche in Brasilien gefunden werden und unter der Bezeichnung „Carbons“ bekannt sind. Dieselben sind weder schön noch werthvoll, sollen aber nach den Ankündigungen der Patentbesitzer von so erstaunlicher Dauerhaftigkeit sein, daß sie, ununterbrochen zum Schneiden harter und griesiger Felsstücke verwendet, während einer Periode von 4 Monaten aushalten. Das Neue in den verschiedenen ausgestellten Maschinen dieser Art schien blos in der verschiedenen Methode des Haltens der Carbons zu liegen. Hier aber liegt der schwache Punkt dieser Maschinen. Die von den Patentinhabern gewöhnlich als „theurer wie Gold und dennoch das billigste aller Werkzeuge für diesen Zweck“ bezeichneten Diamantspitzen haben das Bestreben, aus ihrer Fassung herauszufallen und dann mit dem losgetrennten Steinpulver weggewaschen zu werden. Die Diamantsteinsäge ist nämlich eine gewöhnliche Säge, deren Blätter abwechselnd rechts und links mit Diamantspitzen besetzt, welche so gefaßt sind, daß sie beim Durchgange durch den Stein eine genügend weite Schnittfuge erzeugen, daß sowohl das Sägeblatt als auch die Fassung der Diamanten unbehindert hindurch gehen kann. Diejenigen, welche das Steinsägen irgendwo, speciell aber in den mittlern Staaten von Amerika ausführen sahen, wo Dutzende von Gattersägen, in einfachen Schupfen stehend, mit Sand und Wasser arbeiten, würden es vermissen, irgend welchen Vortheil zu sehen, welcher durch die Substitution der Diamanten statt des sonst verwendeten Sandes als reibenden Elementes erreicht wäre. Die Kunst hierin bestehe, wie häufig anderwärts mehr in dem Verkaufe des Patentrechtes, als in dem Nachweise ökonomischer Vortheile seitens der Erfinder.

Brunton und Trier schließen hieran im Engineering, April 1877 S. 314 die Mittheilung, daß sie statt Diamant gewöhnlichen Stahl, ja sogar, und besser als