Text-Bild-Ansicht Band 225

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einwirkte, sie also keine Wärme aus den tiefer liegenden Erdschichten empfinge. Als Beispiel mögen hier nur folgende Werthe angegeben werden:

17. Aug. 23. Oct.
Temperatur des Weltraumes – 131 – 127°
Mittlere Temperatur der Atmosphäre – 17 – 36
Lufttemperatur an der Erdoberfläche 20 5,5
Temperatur der berußten Erdoberfläche – 34 – 57.

Zur Entstehung von Organismen in organischen Aufgüssen.

J. Tyndall hat gefunden, daß einige Heuaufgüsse selbst nach dem Kochen Organismen entwickelten. Es stellte sich heraus, daß diese Bakterienbildung nur bei Verwendung von 2 bis 5 Jahre altem Heu eintrat. Tyndall schreibt dieses eigenthümliche Resultat dem Trocknen und Erhärten der Keime im alten Heu zu. (Der Naturforscher, 1877 S. 166.)

Bastian (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 64. 187. 306) behauptet wiederholt, daß Harn auch ohne Zuführung von Keimen in Gährung übergeht und Bakterien entwickelt, diese also spontan entstehen (vgl. 1876 220 285).

Pasteur (Comptes rendus, 1877 t. 84 p. 206. 307) bestreitet die Richtigkeit der Beobachtungen Bastian's und macht in Verbindung mit Joubert (daselbst p. 206) auf die in den Wässern und der atmosphärischen Luft schwebenden Bakterienkeime aufmerksam.

D. Müller (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1877 S. 776) hat die Versuche von Bastian wiederholt und ebenfalls auch nicht die Spur von generation aequivoca beobachten können.

Ueber den Einfluß des Frostes auf die Pflanzen.

Nach F. A. Pagel und M. Märcker (Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins für Sachsen, 1877 S. 19) hatten Kohlpflanzen, frisch und erfroren, folgende Zusammensetzung:

Erfroren. Nicht erfroren.
Aetherextract 0,32 0,33
Asche 2,05 1,77
Stickstoffhaltige Substanz 1,61 1,64
Holzfaser 2,84 2,52
Stickstofffreie Extractstoffe 8,75 7,77
–––––– ––––––––
Trockensubstanz 15,57 14,03
Wasser 84,43 85,97
–––––– ––––––––
100,00 100,00.

Ein wesentlicher Unterschied tritt hier nicht hervor; doch war es auffallend, daß aus den erfrorenen Pflanzen leicht 68,7 Proc., aus den nicht erfrorenen unter gleichen Umständen nur 7,1 Proc. Saft ausgepreßt werden konnte, offenbar in Folge einer Desorganisirung der Gewebe. 100cc Saft enthielten dagegen:

Von gefrorenen
Pflanzen.
Von nicht gefrorenen
Pflanzen.
g g
Trockensubstanz 7,96 4,01
Asche 1,63 0,97
Traubenzucker 4,17 1,41
Dextrin (?) 0,80 0,58
Stickstoffsubstanz 0,86 0,51
Stickstofffreie Extractstoffe 0,50 0,54.

In Folge des Frostes hatte sich demnach eine bedeutende Menge Zucker gebildet. Für die Kartoffeln ist bereits von Schmidt nachgewiesen, daß beim Frieren derselben ein großer Theil des Stärkemehles in Zucker übergeführt wird. Der Nahrungswerth der Pflanzen wird demnach durch das Frieren derselben nicht beeinträchtigt.