Text-Bild-Ansicht Band 225

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zu ZK, wohin sich auch der Punkt X bewegt, und da die Schärflinien zu XL rechtwinklig stehen müssen, dieselben unter einander parallel bleiben, wie dies aus der Stellung des Parallelogrammes XL₁ und XL₂ und die Richtung der Pfeile bis zum Ausgang des Feldes c ersichtlich ist.

Wie die Figuren zeigen, ist die Maschine von großer Einfachheit; sie ist von L. Müller in Kranzegg erfunden und neuerlich von Dr. H. Sellnick in Leipzig in einigen Details verbessert worden. (Nach der Mühle, 1877 S. 75.)1)

Schussspulmaschine (Pirnwinder) von Hacking und Comp. in Burn; von Prof. H. Falcke.

Mit Abbildungen auf Taf. IV [b/4].

Um recht brauchbare Kötzer zum Einlegen in die Webschützen zu erzielen, müssen die einzelnen Fadenschichten bekanntlich als Hohlkegel aufgewunden werden, die sich fest auf einander setzen. Man benutzt dazu meist die sogen. Trichterspulmaschinen; bei diesen wird das Garn auf Spindeln aufgewickelt, die durch Schnüren o. dgl. umgedreht werden, und die nöthige Festigkeit wird zunächst dadurch erzielt, daß die Spitze des sich eben aufwindenden Conus sich mit ihrer ganzen Außenfläche in einem metallenen Trichter dreht und in diesen durch Gewichts- oder andern Druck fest eingepreßt wird, während die Spindel sammt dem Kötzer sich nach Maßgabe der erfolgten Aufwindung der Länge nach vorwärts schiebt. Zur weitern Erzielung der gehörigen Festigkeit macht sich dann noch die Aufrechterhaltung einer stets gleich bleibenden Fadenspannung nothwendig, was insofern schwierig wird, als der Faden sich zeitweilig auf einen kleinern oder größern Durchmesser aufwickelt. Die Einrichtung der Trichter ist eine ungünstige, weil das Garn einer größern Reibung ausgesetzt wird, welche theils dem Garn oder dessen Farbe schadet, da zuweilen Erhitzung des Trichters eintreten kann, theils aber auch bei weniger haltbarem Garne ein häufigeres Reißen hervorbringt. Für ziemlich große Kötzer hat man deshalb auch schon Trichter mit darin angebrachten Frictionsrollen construirt oder sich auch damit helfen müssen, daß man die Reibung durch Talgschmiere zu mindern suchte, was natürlich für das Garn nicht zuträglich ist.

1)

Vgl. die Golay'sche Mühlsteinschärfmaschine, * 1869 192 449.