Text-Bild-Ansicht Band 225

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automatische Herstellung der genauen Zahnformen ermöglichen. Diese einfachen, jedoch sehr sinnreichen Vorrichtungen, durch deren Anwendung jede gewöhnliche Shapingmaschine zur selbstthätigen Erzeugung genau richtiger Zähne für die verschiedenen Arten von Rädern befähigt wird, deren eine noch speciell zur Anbringung an einer Nuthstoßmaschine construirt ist, sind dann gleichzeitig behandelt und faßlich beschrieben. Es würde zu weit führen, hier näher darauf einzugehen. Wir verweisen diesbezüglich auf die citirte Quelle selbst und führen hier nur noch einen Punkt des §. 27 an, welcher die schrägen Zähne betrifft. Man wendet dieselben hauptsächlich wegen des gleichmäßigen Ganges bei exacten Maschinen an, und es ergibt sich aus der Darstellung der Abhandlung auch sogleich der Grund dieses gleichmäßigen Ganges. Die Erzeugungslinie, welche als Berührungslinie zweier Zähne auftritt, schneidet nämlich bei schrägen Zähnen sowohl bei cylindrischen Profilen wie auch bei Evolventenformen die Momentanachse in jeder Stellung. Zwei schräge Zähne werden daher sich stets in einem Punkte der Momentanachse berühren, woraus eine sehr gleichmäßige Bewegung ähnlich wie bei Frictionsrädern folgt. Hiermit verbindet man nun häufig die Meinung, daß dann die Reibung zwischen den Zähnen vermieden werde, und grade aus diesem Grunde hegte man von den schrägen Zähnen bei dem ersten Bekanntwerden derselben große Erwartungen, welche die Erfahrung aber nicht verwirklichte. Es ist ein Irrthum, wenn man glaubt, die Reibung sei nicht vorhanden, sobald die Zähne sich in der Momentanachse berühren; sondern sie tritt nur dann nicht auf, wenn sich die Zähne nur in der Momentanachse berühren, wenn also alle Berührungspunkte in die Momentanachse fallen, wie dies in der That bei den geraden Zähnen der Stirnräder und conischen Räder in demjenigen Augenblicke der Fall ist, wo die gerade Berührungslinie durch die Momentanachse hindurch geht. In jeder andern Stellung, wo die Berührung der Zähne außerhalb der Momentanachse stattfindet, tritt auch Reibung ein zwischen den Zähnen.

J. P.

 Miscellen.

Ueber verbranntes Eisen.

Der immer mehr um sich greifenden Verschlechterung in der Qualität des Handelseisens widmet Bramwell im Engineer, Juni 1877 S. 414 folgendes, leider zu sehr begründetes Klagelied. „Es ist vorauszusehen, daß der Stahl das Eisen, mit Ausnahme des zu Schmiedearbeit bestimmten, sehr bald verdrängt haben wird. Nicht wenige Eisenconsumenten hoffen, daß es den Stahlfabrikanten gelinge, das Eisen gänzlich zu ersetzen, oder daß die Eisenfabrikanten eine zuverlässigere Methode ausfindig machen mögen, Schmiedeisen herzustellen, als sie in dem alten Handpuddelproceß vorliegt. Soweit unsere Kenntniß reicht, hat man früher nie solche Klagen gehört über die Schwierigkeit, Eisenwaaren von guter und zuverlässiger Qualität herzustellen, wie jetzt. Die Eisensorten jedweder Form, von 1 bis 2cm,5 Dicke bieten den meisten Grund zur Beschwerde. Unglücklicher Weise kommen die schlechten Eigenschaften nicht immer während der Verarbeitung zum Vorschein, werden aber beim Gebrauch der fertigen Waare vorzeitig entdeckt. In solchen Fällen sind häufig bedeutende Verluste und Betriebsstörungen die Folge. Der Fehler kann in der Regel nicht dem Käufer zur Last gelegt werden, indem man ihm etwa vorwirft, auf den Preis gedrückt zu haben; gewöhnlich wird beste, stets aber gute Qualität bei der Bestellung ausbedungen. Wie hoch auch die Preise sein mögen, welche vom Fabrikanten oder Händler erzielt