Text-Bild-Ansicht Band 225

Bild:
<< vorherige Seite

widersprechend. Man nimmt gewöhnlich an, die beiden Zuckerarten seien im Verhältniß des Invertzuckers vorhanden, wie derselbe aus dem Rohrzucker durch Behandlung mit Säure entsteht. Andere nehmen nur Levulose oder Linkszucker in den Früchten an.

Bekanntlich findet man die Traubenstielchen mit Stärke ganz gefüllt, in der Beere selbst aber kaum Spuren davon; die Stärke hat sich hier allem Anscheine nach völlig in Zucker umgesetzt. Während aber in den Stärkezuckerfabriken nur ein rechts drehender Zucker, die Dextrose, erhalten wird, ist der Zucker der Trauben stets links drehend.

Zur Erforschung dieser Zuckerbildung in den Pflanzen hat E. Mach 1) in Verbindung mit F. Kurmann eine große Anzahl Moste mit der Klosterneuburger Mostwage, der Fehling'schen Lösung und dem Polarisationsapparat von Ventzke-Soleil untersucht und hierbei den Zucker als Invertzucker berechnet (nach Bolley – 1° = 0g,833 Invertzucker in 100cc bei 15°). Am 1. October 1875 ausgeführte Traubenuntersuchungen gaben nun folgende Resultate:

Textabbildung Bd. 225, S. 471

Die Unterschiede in den Zuckerprocenten, die nach Fehling und durch Polarisation gefunden wurden, sind hiernach nur gering, im Mittel 0,5 Proc. zu Gunsten der Polarisation; die mit einem * versehenen, in der Reife zurückgebliebenen Sorten geben mit Fehling'scher Lösung einen etwas größern Zuckergehalt.

Traubenuntersuchungen vom 15. October gaben im Mittel 2,02 Proc. Differenz an Zucker, am 3. November bereits 4 Proc. Später wurden

1)

Annalen der Oenologie, 1876 S. 415 bis 429.