Text-Bild-Ansicht Band 284

Bild:
<< vorherige Seite

schleift, stets im nächsten Einschnitte m einklinken und das Werk arretiren.

Textabbildung Bd. 284, S. 74
Textabbildung Bd. 284, S. 74

Soll nachher die Scheibe wieder umgestellt werden, so hat man die Klinke l mit Hilfe des auf der vorderen Seite geradeführenden Hebels q aus-, d.h. hochzuheben, was einfach durch Herunterziehen des messingenen Knopfes q1 bewerkstelligt wird. Eine etwaige Beschädigung des Werkes in Folge zu starken Aufziehens der Klinke macht die Hemmung r unmöglich. Die elektrische Verriegelung der geschilderten Vorrichtung besorgt ein zweischenkliger Elektromagnet M, der in Fig. 69 näher dargestellt ist, während Fig. 68 seine Lage, welche er im Stellwerke einnimmt, kennzeichnet. Auf der Achse s des polarisirten Ankers A ist ein Arm u, der das eigentliche Verschluss- oder Verriegelungsstück bildet, unverrückbar befestigt, so dass derselbe die Bewegungen des Ankers mitmacht, welcher sich, je nach der Richtung des Erregungsstromes mit dem Anschlagarme a an den einen oder an den anderen Elektromagnetschenkel anlegt. Der Aufstellungspunkt des Elektromagnetes im Werke, sowie die Wickelung seiner Spulen sind so gewählt, dass u bei Erregung des Elektromagnetes durch positive Ströme nach links geworfen, die in Fig. 68 dargestellte Lage einnimmt, während negative Ströme die in Fig. 69 gezeichnete Stellung bewirken. Ersterenfalls liegt u unter l oberhalb des wagerechten Stückes des Winkels n. Ein Ausheben der Klinke l ist daher nicht möglich, weil n an u nicht vorüber kann; das Signal ist sonach in seiner Lage festgelegt, d.h. verriegelt. Im zweitgedachten Falle liegt u rechts, ausserhalb des Winkelstückes n, und es kann daher das Ausheben der Klinke l bezieh. das Umstellen des Signals mittels der Kurbel K uneingeschränkt bewerkstelligt werden. Will man sich überzeugen, ob das Werk wirklich verriegelt sei, so hat man nur leicht an dem Messingknopfe q1 zu ziehen; kann derselbe nicht heruntergezogen werden, so befindet sich der Anker in der Verschlusstellung und es sind die geeigneten, später zu besprechenden Vornahmen zu treffen, um die Entriegelung zu veranlassen.

Textabbildung Bd. 284, S. 74

Ist die Entriegelung aber erfolgt und soll eine Signalumstellung vollzogen werden, so zieht man den Knopf q1 so weit herunter, als dies möglich ist, macht dann ungefähr eine Vierteldrehung mit der Kurbel K und lässt nunmehr q1 wieder los, damit die auf d gleitende Nase m der Klinke l in der bereits erläuterten Weise in die nächstkommende Falle m1 einschnappen kann, sobald eine halbe Umdrehung der Kurbel, d.h. eine Signalumänderung ausgeführt bezieh. vollzogen wurde. Die vorstehend geschilderte Verriegelung ermöglicht es, die Handhabung der Rangirsignale der Aufsicht und Controle der Stationsleitung vorzubehalten, was überall geboten erscheint, wo die Verschiebungen während des Abgehens oder Ankommens von Zügen unterbleiben müssen. Die Art und Weise der Verbindung, welche zwischen dem Stationsbureau und dem Rangirsignale einfachsten Falles platzgreift, zeigt das Stromlaufschema Fig. 70. Sowohl im Stationsbureau I als bei dem Rangirsignale S, d.h. in der demselben zunächst liegenden Wärterbude II, befindet sich je ein Apparat, der aus einem Kurbelumschalter U, einer optischen Controlvorrichtung M und einem Wecker W besteht; ausserdem ist noch eine Batterie B vorhanden. Die drei Posten I, II und S sind mittels zweier Drahtleitungen L1 und L2 verbunden, wovon die erstere als eigentliche Blockirleitung und die letztere als Weckerleitung dient. Die einfache Anordnung der Umschalter kann ohne weiteres aus der Zeichnung entnommen werden; die Wecker sind gewöhnliche Selbstunterbrecher oder Selbstausschalter und die optischen Controlvorrichtungen bestehen aus einem Elektromagneten mit polarisirtem Anker, dessen Ankerachse ein rothbemaltes Scheibchen trägt, welches bei der einen Ankerlage hinter