Text-Bild-Ansicht Band 284

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ein Hin- und Zurückgehen des Drahtzuges, d.h. ein Umstellen des Signals bezieh. der Weiche bewirken. Die mit R fest verbundenen Hebel H dienen also zum Stellen der Weichen, Scheibensignale und einflügeligen Semaphore und sind zwei- oder dreistellig, je nachdem sie in zwei oder drei bestimmten Lagen in den Lagerböcken B, wie Fig. 73 ersehen lässt, einklinken können. Das Ein- und Ausklinken geschieht gleichzeitig mit dem Ergreifen oder Loslassen des Hebelgriffes G. Zur Erleichterung der Uebersicht erhalten die zu Weichen gehörigen Hebel einen schwarzen, die Signalhebel hingegen einen grellrothen Anstrich. Ausserdem tragen alle Stellhebel am Griffe gegossene Täfelchen mit der genauen Bezeichnung des zugehörigen Signals oder der Weiche.

Textabbildung Bd. 284, S. 77

An der Rückseite des Stellbockes befinden sich hinter jedem Stellhebel zwei Kettenrollen r1 und r2, über welche die zu dem bezüglichen Drahtzuge gehörende Kette weiterläuft. Auf dem oberen Querträger P ruht der verschlossene sogen. Schieberkasten K, der die Mechanismen zur Bewirkung der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Signalen und Weichen enthält. Von Ausschnitten, die im Umfange der Hebelrollen angebracht sind, gehen nämlich senkrechte Sperrstängelchen nach aufwärts in den Schieberkasten und hängen dort mit Klinken, Achsen und Schiebern systematisch zusammen. Soll einer der Stellhebel aus seiner Ruhelage in eine andere gebracht werden können, so muss das zugehörige vorgedachte Sperrstängelchen nach aufwärts ausweichen können. Ist dies jedoch in Folge der Lage der darüberstehenden Schieber nicht möglich, dann ist es auch nicht möglich, den Hebel auszuklinken und umzustellen, d.h. in diesem Falle ist die betreffende Signalvorrichtung oder Weiche verschlossen. Zwischen dem Hebel jedes Einfahrtsignals und jenem des zugehörigen Vorsignals besteht überdem eine unmittelbare Abhängigkeit, nämlich die sogen. Wechselsperrung, vermöge welcher beim Signalwechsel von Halt auf Frei stets zuerst das Einfahrtsignal gezogen werden muss, ehe das Vorsignal umgestellt werden kann, während umgekehrt, beim Zurückbringen der Signale von Frei auf Halt, das Einfahrtsignal erst gestellt werden kann, nachdem das Vorsignal bereits in die Haltlage gebracht worden ist. Auf dem Schieberkasten K befindet sich der sogen. Fahrstrassenanzeiger F, d. i. gleichfalls ein Blechkasten, in dessen Vorderseite so viele viereckige Fenster v eingeschnitten sind, als Einfahrtsgeleise bezieh. Fahrstrassen und Einfahrtsstrecken in Betracht kommen. Jedes Fensterchen repräsentirt also eine bestimmte Fahrstrasse. Dabei sind die Fensterchen bezieh. die einzelnen Fahrstrassen, die von den Zügen einer Einfahrtsstrecke benutzt werden können, neben einander gruppirt und jede dieser Gruppen wird durch einen gemeinsamen Rahmen und eine bezügliche Ueberschrift deutlich gekennzeichnet. Zu jeder solchen Gruppe gehört auch ein mit einer Abfallscheibe versehener Wecker W. Unter jedem Fensterchen v ist ein Handgriff (Knebel) k angebracht, der für gewöhnlich links liegt und mittels welchem die die Stellhebel verschliessenden Schieber bewegt werden können. Rechts auf dem Schieberkasten befindet sich der Wärterblockapparat M1, der zweierlei Blockverschlüsse enthält, nämlich sogen. Signalblocks, die die Hebel der Einfahrtsignale verschliessen, und sogen. Fahrstrassenblocks, welche die Fahrstrasse selbst, d.h. die Hebel der in der Fahrstrasse liegenden Weichen festhält. Von den ersteren müssen so viele vorhanden sein, als Einfahrtsignalhebel in das Stellwerk einbezogen sind; die Anzahl der letzteren entspricht der Zahl der Einfahrtstrecken bezieh. der Gruppen