Text-Bild-Ansicht Band 284

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dagegen vermag III nicht zu hören, ebensowenig vermag III jetzt durch Dreinreden zu stören, weil ja dazu die Stöpselung auf 3 in I oder in II nöthig wäre.

Die beiden Schaltungsweisen von Volkers leiden nach der von diesem gewählten Betriebsform noch an dem Uebelstande, dass bei einem Netze mit einer grossen Anzahl von Sprechstellen die Aufstellung sich scharf von einander unterscheidender Rufzeichen und noch eher vielleicht das sichere Erkennen derselben bei ihrer Benutzung schwierig werden kann.

Am schwersten muss dieser Uebelstand sich bei der Schaltung nach Fig. 4 geltend machen; denn bei Schaltung nach Fig. 2 kann ja, wie dies auch schon bezüglich Fig. 3 hervorgehoben worden ist, die gerufene Stelle ihr Telephon bereits benutzen und durch dasselbe die Nummer der rufenden (und dann gegen das Mikrophon sprechenden) Stelle erfahren, schon ehe sie selbst gestöpselt hat, in Fig. 4 aber wird das Telephon in der gerufenen Stelle erst nach erfolgter Stöpselung daselbst verfügbar. Auch bei Beschreitung des anderen Weges tritt die Bedeutung der Klingelsignale in den Hintergrund, weil die gerufene Stelle keinerlei Stöpselung vorzunehmen hat und somit sofort die rufende Stelle sich telephonisch nennen kann.

Textabbildung Bd. 284, S. 232
Für diesen Fall nun gibt Volkers die in Fig. 5 skizzirte Schaltung, welche sich an die in Fig. 4 anschliesst; er erwähnt, dass diese Schaltung sich leicht für Telephonanruf (also wohl entsprechend Fig. 2) abändern liesse, und es wäre hinzuzufügen, dass auch in dieser Schaltung M und T ihre Schaltungsstelle mit einander vertauschen können, wie in Fig. 3 und 4. In Fig. 5 ist die Klingel K eingeschaltet, solange das Telephon T am Haken h hängt, bei abgenommenem Telephon dagegen das Mikrophon M. Jede Stelle hat ihre eigene Apparatleitungsschleife, z.B. I die beiden Leitungen 1 und a; sendet eine andere Stelle, z.B. III, durch Einstecken ihres Stöpsels r in die Leitung 1 einen dem Poldrahte q entnommenen Strom in 1 nach I, so geht derselbe in I durch K über h in p zum andern Pole von P zurück; der Strom geht in der rufenden Stelle wieder durch das Telephon und macht auch das Rasseln der Klingel vernehmbar. Die gerufene Stelle I nimmt das Telephon ab und schaltet so ihr Mikrophon M mit dem Telephon in III in denselben Stromkreis. Um jedoch I zu rufen, muss III die beiden Stöpsel s und v in die Löcher a und 1 stecken; da die Leitungen 3 und c der Stelle III jetzt nirgends verbunden sind, so kann der Rufstrom jetzt nur von q aus über T, v in III nach 1 und I gehen, zugleich geht aber noch ein zweiter Strom von p aus über h, K und s in III nach n und I, hier aber durch T. In den letztgenannten Stromkreis wird auch noch das Mikrophon M in III eingeschaltet, sobald daselbst das Telephon vom Haken h abgenommen wird.

Die beiden Stöpsel s und u werden zweckmässig zu einem einzigen vereinigt, so dass der Stöpsel v den Stöpsel s ringförmig umgibt; natürlich müssen dann auch die Stöpsellöcher zwei für die beiden Stöpsel bestimmte Hülsen erhalten. Im vorliegenden Falle muss bei n Stellen und getrennten Stöpseln jede Stelle 2n – 2 Stöpsellöcher erhalten; es ist indessen auch nicht ausgeschlossen, dass eine Stelle nicht mit allen anderen sprechen zu können braucht und dann sind in ihr auch weniger als 2n – 2 und in den andern Fällen weniger als n – 1 Löcher nöthig.

Wie Fig. 5 sich ändert, wenn die Apparate in ihr entsprechend Fig. 3 geschaltet werden sollen, und wie sich dann die Vorgänge abspielen, ist leicht aufzufinden.

Natürlich ist es zulässig, an Stelle des Mikrophons ein Magnettelephon zum Sprechen zu verwenden.

Ed. Zetzsche.

Mahler's Calorimeter zur Bestimmung der Verbrennungswärme fester, flüssiger und gasförmiger Körper.

Mit Abbildung.

Textabbildung Bd. 284, S. 232
Nach einer Mittheilung der Société d'Encouragement pour l'industrie nationale vom 27. November 1891 beruhen die calorimetrischen Bestimmungen mit diesem Apparate, welcher eine Modifikation des Berthelot'schen Calorimeters darstellt; im Allgemeinen auf folgender Methode: Man bringt den zu untersuchenden Stoff in einen von festen Wänden umgebenen Raum, welcher sodann unter geeignetem Drucke mit Sauerstoffgas gefüllt und hermetisch geschlossen wird. Taucht man alsdann diese Vorrichtung in das Wasser eines Calorimeters und entzündet den Stoff, indem man durch eine ihn berührende dünne Eisendrahtspirale einen galvanischen Strom leitet, so verbrennt er vollständig und beinahe augenblicklich. Seine Wärme theilt sich alsdann ohne Verlust dem Wasser des Calorimeters und verschiedenen Theilen des Apparates mit und kann, wie bei allen calorimetrischen Messungen, leicht in Calorien ausgedrückt werden. In Betracht des raschen Verlaufes der Operation fallen hier die meisten der in physikalischen Laboratorien üblichen Correctionen, z.B. wegen Verdunstung des Wassers u.s.w., hinweg.

Das wesentliche Organ des Apparates ist die über einem Dorn geschmiedete Flasche B aus feinstem halbweichen